29.6.05

(Finanzen) Fondsauswahl mit gewaltigem Plus

Vor drei Monaten hat www.tipp.ch erstmals eine Fondsauswahl präsentiert, die auf einer langfristigen Beobachtung der besten Fonds verschiedener Bereiche beruht (siehe Blog vom 20.März). Wer den Empfehlungen von Ende März folgte, wurde fürstlich belohnt. Ein Plus von sieben Prozent in nur drei Monaten ist das erstaunliche Ergebnis. Natürlich haben die Weltbörsen mit ihrer positiven Entwicklung in den vergangenen Monaten das Ergebnis gestützt. Aber ganz offenbar sind die gewählten Fonds eine besonders gute Wahl. Und das sind die Ergebnisse im Einzelnen:

- Aktien Schweiz: DWS Zürich Invest CH: + 5,0 %
- Aktien Schweiz, Klein- und Mitteluntern.: Sarasin SaraSelect: + 1,9 %
- Aktien Europa: Fidelity Funds European Growth: +6,7 %
- Aktien Asien / Pazifik (o. Japan): Mellon Asian Eq P A USD: + 9,9 %
- Aktien Biotech: Pictet Funds - Biotech P: + 15,0 %
- Aktien - gobal Emerging Markets: Magellan Fund: + 12,3 %
- Aktien Japan: Sirius Fund - Japan Opportunities Sub-Fund: + 4,9 %
- Aktien USA / Nordamerika: Nordea North American Value: + 10,6 %
- Aktien - Oekologie/Ethik: Raiffeisen Futura Swiss Stock: +3,6 %
- Aktien weltweit: GAM Funds - GAM Intern. Growth Fund: + 5,7 %

Den in Dollar notierten Fonds hat in dieser Zeit auch dessen Aufwertung Auftrieb verliehen. Die Spitzenergebnisse des Biotech- und des Nordamerika-Fonds wären sonst nicht möglich gewesen und verzerren deren Resultat. In Orginalwährung an der Spitze befindet sich der Magellanfonds, der in den aufstrebenden Märkten investiert und dort schon seit Jahren Spitzenergebnisse schreibt. Noch immer also eine Chance mit einzelnen oder einer Mischung der präsentierten Fonds ins Investment einzusteigen – neue Ergebnisse in drei Monaten!

25.6.05

(Medien) Fragwürdige Power für Cash

Die Wirtschaftszeitung hat eine neue Geldquelle entdeckt. Die offenbar noch immer drückenden Verluste zwingen die an sich kritische Wochenzeitung in eine Partnerschaft mit dem AWD, den Allgemeinen Wirtschaftsdienst - einen Finanzdienstleister, dessen Marktbearbeitung zwar viel Power aufweist, die aber auch immer wieder fragwürdige Geschäftspraktiken zutage förderte.

Vierteljährlich sollen in Cash künftig hochkarätige Gespräche mit Schweizer Wirtschaftsführern stattfinden. Das erste hat den Postchef Ulrich Gygi und Medienunternehmer Jürg Marquard zusammen geführt. Abgesehen von der Frage, was denn daran journalistisch so Besonderes sei, ist die Partnerschaft mit dem AWD höchst problematisch.

AWD funktioniert noch immer wie ein so genannter Strukturvertrieb. Neue Mitarbeiter versuchen, ihre Bekannt- und Verwandtschaft abzugrasen und diesen Personen Finanzprodukte zur Vorsorge zu verkaufen, sie allenfalls auch zur Mitarbeit zu bewegen. Das führte zu höchst problematischen Geschäftsabschlüssen, früher durch schlecht ausgebildete AWD-MitarbeiterInnen getätigt. Heute sind die AWD-ler zwar besser auf die Finanzberatung vorbereitet. Die Entlöhnung erfolgt aber weiterhin nur auf Erfolgsbasis. In letzter Zeit wurde der AWD immer wieder medienbekannt durch Abschlüsse von Verträgen für junge Personen zur unpassenden Säule 3a.

Doch war solches lange nicht mehr in Cash zu lesen, die letzte Veröffentlichung datiert von vor über zwei Jahren, damals im Vermögensmagazin Cash VALUE (an dem der Autor dieser Zeilen beteiligt war). Wie fragwürdig die Zusammenarbeit mit dem AWD ist, wird daran zu messen sein, inwieweit Cashs bekannte Recherchierlust vor dem deutschen Finanzdienstleister nicht halt macht. Da wäre nämlich einiges zu berichten, unter anderem über das schlecht laufende AWD-Geschäft in der Schweiz, wie die «Schweizer Bank» unlängst dokumentierte.

21.6.05

(Umwelt) WIV geht in die Offensive

Schon wieder so ein Kürzel! Dahinter verbirgt sich der nachhaltige Wirtschaftsverband Schweiz, kurz eben WIV. Er hielt anfangs Woche seine jährliche Mitgliederversammlung ab und stellte sein neuestes Projekt vor. Eine Checkliste soll künftig kleinen und mittleren Unternehmen erlauben, ihre eigene Nachhaltigkeit zu überprüfen. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur als umweltgerechtes Wirtschaften begriffen, sondern vielmehr auch als eine sozialverträgliche und finanziell langfristig abgesicherte Wirtschaftsweise. In allen drei Bereichen haben viele Kleinstbetriebe beträchtliche Defizite.

Aber nicht nur bei den Defiziten wird die angestrebte Selbstevaluation ansetzen, sondern auch bei den positiven Merkmalen in der Beurteilung der eigenen Wirtschaftsweise. So wird es möglich, mit der Öffentlichkeit in einen Dialog zu treten über die Tätigkeit und gleichzeitig über die Zeit hinweg gezielt Verbesserungen anzustreben. Noch ist es allerdings nicht so weit. Nach einem Vorprojekt mit dem Planungsbüro Infras ist die Machbarkeit des Vorhabens geklärt, jetzt fehlen die Finanzen. Die will der WIV über Sponsoring aufbringen, Abklärungen laufen.

Und was läuft sonst beim WIV? Die gegen 500 Mitglieder werden durch einen regelmässigen Newsletter über themenrelevante Entwicklungen informiert, profitieren von diversen Dienstleistungen wie Zugang zu verbilligten Büchern und Versicherungsleistungen sowie einer neuen Zusammenarbeit mit der Fahrzeug-Sharing-Organisation Mobility. Schliesslich will sich der WIV, als dessen Geschäftsführer der Schreibende fungiert, vermehrt in die politische Diskussion einbringen. Vorgesehen ist als nächstes eine Stellungnahme zum neuen Gesetz über das gewerbliche Bürgschaftswesen. Aktuelle Informationen zum Verband sind immer über dessen Website, www.wiv.ch, abrufbar.

18.6.05

(Finanzen) Weltbörsen im Hoch

Noch ist Euphorie nicht wieder ausgebrochen – was eigentlich ein Zeichen sein müsste, dass noch weiterer Raum für die Börsen nach oben besteht. Dennoch gilt festzustellen: Die Weltbörsen bewegen sich mit wenigen Ausnahmen Mitte Juni auf einem Niveau, das sie seit dem grossen Absturz zu Anfang des Jahrzehnts nie mehr erreicht haben.

Da sticht einmal die Schweizer Börse ins Auge, die seit anfangs Jahr um gut zehn Prozent zulegte – wobei die Werte der kleineren Unternehmen noch deutlich besser abschnitten. Diese Beobachtung trifft auch für die Aktien in Deutschland zu, wobei sich dort die so genannten Small und Mid Caps gar um rund einen Fünftel verbesserten, die grosskapitalisierten Unternehmen blieben demgegenüber zurück und lassen noch Potenzial erahnen. Noch einmal besser schliesslich die Entwicklung im östlichen Europa, wo die Österreicher wieder einmal die Stars unter allen alten EU-Mitgliedern sind, während es die Ungarn gar auf ein Jahresplus von 26 Prozent bringen. Nur Russland bleibt zurück, schlägt gelegentlich bei einem hohen Ölpreis mal nach oben aus, verharrt aber sonst auf dem Niveau von Jahresanfang und spiegelt damit die unsichere wirtschaftspolitische Situation mehr als die wirklichen Möglichkeiten.

Wer einen Blick auf die weltweite Entwicklung wagt, stellt erstaunt fest, dass fast überall zwischenzeitliche Höchststände erreicht sind. Sogar die USA haben einiges von ihrem stotternden Börsengeschehen seit anfangs Jahr vergessen gemacht, liegen aber immer noch nicht deutlich im Plus. Anders Lateinamerika, wo vorgängige Taucher wieder wettgemacht sind und die Börsen vor allem in Mexiko und im wieder erstarkenden Argentinien mit plus fünf Prozent positiv dastehen.

Gleiches gilt für die asiatischen Börsen (Rekord etwa in Südkorea) – mit einer grossen Ausnahme: Chinas Titel haben im laufenden Jahr rückwärts gemacht. Was interessanterweise bei den bekannten Chinafonds etwa von HSBC, Pictet oder Comgest nicht zu Buche geschlagen hat. Deutlicher Hinweis darauf, dass sich für ein Investment in einem solchen Markt aktiv gemanagte Fonds aufdrängen – weder Einzelaktien noch die wenigen Indexanlagemöglichkeiten sind da eine Hilfe. Eine andere Frage ist, ob mit dem Taucher im bevölkerungsmässig weltgrössten Wirtschaftsmarkt bereits der Zeitpunkt für einen Neu- oder Wiedereinstieg gekommen ist. Geht man etwa von der Einsicht der nun gehäuft in China investierenden US-Banken aus, müsste man die Frage zumindest in einer Langfristperspektive deutlich mit Ja beantworten.

14.6.05

(Umwelt) Biohafer nicht immer biologisch.

Jetzt hat auch die Schweiz ihren Bioskandal. Kassensturz, das Konsumentenmagazin von Schweizer Fernsehen DRS, berichtet in der aktuellen Ausgabe von einer Futtermühle, die ihrem Biohafer über Jahre hinweg solchen aus gewöhnlicher Produktion beimischte. Aufgedeckt hat den Skandal ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma Dambach aus dem Kanton Aargau. Er hatte Unregelmässigkeiten in der Zusammensetzung des Produkts festgestellt, das an so renommierte Bio-Anbieter wie den Müeslispezialisten familia und die Migros geliefert wird. Seine firmeninternen Interventionen blieben folgenlos – aber nur für die Produktion und lange auch für die Verantwortlichen. Für den Überbringer der schlechten Botschaft setzte es hingegen – nicht ganz überraschend – die Kündigung ab.

In der Folge gelangte die Angelegenheit vor den Untersuchungsrichter und die Firmenverantwortlichen rangen sich kürzlich dazu durch, Unzulänglichkeiten einzugestehen. Der Geschäftsleiter hat die Verfehlungen offenbar gar gestanden. Eine neue Prüfanlage wird künftig gemäss Firmenangaben die korrekte Trennung der verschiedenen produzierten Hafersorten gewährleisten. Spät – wie der Kassensturz in seiner Sendung bemerkte und auch nicht zum Wohle des aufdeckenden Mitarbeiters. Aber immerhin zugunsten der KonsumentInnen, die künftig beim Hafer wieder darauf zählen können (sollten), dass er wirklich aus biologischer Produktion stammt.

Der Fall zeigt bei aller Anfälligkeit für Betrügereien im Biosektor, dass die Kontrolle doch funktionierte und Gegensteuer gegeben wurde. Leider nicht durch die offiziell kontrollierende und von Biosuisse beauftragte Inspecta. Deren Vertreterin musste im Kassensturz zugestehen, dass in gewissen Fällen eine betrügerische Handlung im Biobereich selbst bei auffälligen Kontrollen nicht unbedingt feststellbar ist.

12.6.05

(Finanzen) Schweizer Grossbank UBS macht die besten Marktanalysen

Institutionelle Investoren in Europa vertrauen den Marktanalysen aus dem Hause UBS. Wie aus einer Studie des Informationsdienstes Thomson Extel hervorgeht, lesen die Anlageprofis am liebsten die Einschätzungen der UBS-Analysten. Die UBS bietet nach einer Umfrage unter 1167 Vermögensverwaltern und 464 börsennotierten Unternehmen die beste europäische Aktienresearch. Auch für den allgemeinen Umgang mit Aktien von der Ausführung über die Abwicklung bis zur Darstellung im Internet erhielt das Institut in einer Studie von Thomson Extel die beste Einschätzung.

Die Schweizer wiederholen damit ihr Spitzenergebnis aus dem vergangenen Jahr. Von Platz Vier auf den zweiten Platz vorgerückt ist Smith Barney Citigroup vor Merill Lynch International, die vom zweiten auf den dritten Platz zurückfiel. Dahinter folgt die Deutsche Bank. Auch im Schweizer Vergleich räumt die UBS ab. Sie ist sowohl bei den Blue Chips als auch bei den Nebenwerten die Nummer eins. In beiden Kategorien folgt Lombard Odier Darier Hentsch. Die Credit Suisse First Bosten schafft es bei den Blue Chips auf das Podest, bei den Nebenwerten reicht es lediglich für den achten Rang. (Quelle: SDA)

8.6.05

(Medien) Schawi wird 60 – doch die Bewährungsprobe kommt erst noch

Radio- und TV-Pionier Roger Schawinski wird in diesen Tagen 60jährig. Das lockt so manche Journalistenkoryphäen zu Jubeltexten für den Kollegen. So schreibt etwa Roger Köppel (derzeit Chefredaktor der deutschen Tageszeit «Welt») in einer Kolumne der Handelszeitung: «Ungeachtet aller Ärgernisse und Eitelkeiten: Dies wird eine Hymne auf Dich, den genialen Journalisten und hoch geschätzten Kollegen".

Weiter habe Schawinski die Schweiz aufgemischt und eine Generation von Kollegen geprägt, die Ihn bis zur Selbstauflösung kopiert hätten. "Deine Interviews, mir oft eine Spur zu moralisierend, haben die Form geadelt", schreibt Köppel. Er habe bleibende Fernsehformate entwickelt und sein Wirken als Radio-Unternehmer sei gefeiert worden.

Doch derzeit braut sich über Schawinski zusammen, was seine grösste Bewährungsprobe werden könnte – und worüber Köppel schweigt. Der bisherige Eigner von Schawinskis Sat-1-Sender wird die Anstalt möglicherweise bald an den Springer-Verlag verkaufen. Die Stossrichtung eines solchen Medienschachers ist klar: Der Springer-Verlag könnte endlich auch bei den elektronischen Medien in Deutschland mitmischen, seine grundsätzlich konservative und in letzter Zeit wieder schmuddeligere Linie breiter abstützen – und damit wohl in idealerweise den Machtwechsel in Deutschland orchestrieren.

Was also wird Schawinski tun, wenn seinem Sender eine radikal-konservative Linie aufgezwungen wird, ein Boulevard auch, von dem sich Roger stets wohl-wollend abgehoben hat, trotz aller kommerzieller Mediengeschäfterei? Bliebe sich Schawinski treu, müsste er wohl von seiner bisher grössten Herausforderung zurücktreten. Wir blieben dran!

3.6.05

(Umwelt) Sonnendiesel ohne Feinstaub

Feinstaub? Dieselruß? Alles kein Problem für eine sächsische Firma aus Ostdeutschland, die Diesel produziert. Choren Industries GmbH » im sächsischen Freiberg produziert Sonnendiesel aus nachwachsenden Rohstoffen. "Wenn alle Autos unseren Diesel führen, müssten wir uns über Feinstaub keine Sorgen machen", sagte Carlhanns Uhle, der kaufmännische Geschäftsführer von Choren Industries. Viele Fachleute sind davon überzeugt, dass heute in Sachsen der umweltfreundlichste Diesel der Welt hergestellt wird.

Auf ihrer Versuchsanlage "Alpha" wird bereits auf synthetische Weise Kraftstoff aus Biomasse gewonnen. Ende 2006 geht die Beta-Anlage in Betrieb. Dann werden jedes Jahr aus 75.000 Tonnen Biomasse 15.000 Tonnen Synthetikdiesel gewonnen - so wie es Wolfgang Ständer 1990 zum ersten Mal in einer Sendung von "Report Baden Baden" vorgeschlagen hat und wie es Franz Alt in seinem Buch "Schilfgras statt Atom" 1991 beschrieben hat.
Ab 2008 will Choren Industries GmbH » die erste von fünf Großanlagen in Lubmin an der Ostsee starten. Eine Million Tonnen Holz sollen verfeuert werden. Daraus sollen 200.000 Tonnen Kraftstoff pro Jahr oder 4500 Barrel pro Tag produziert werden. Der "Sundiesel" stammt im Wesentlichen aus Holzhackschnitzeln. Er emittiert weder Schwefel noch Aromen, welche dann die Rußpartikel bilden. "Sundiesel" ist CO2-neutral, denn das Holz oder die Pflanzen nehmen beim Wachsen exakt so viel CO2 aus der Luft auf wie beim Verbrennen freigesetzt wird - ein geschlossener CO2-Kreislauf.

Aus einem Hektar Land lassen sich 4 bis 12 Tonnen "Sundiesel" gewinnen - je nach Pflanzenart. Raps bringt weniger, aber C4-Schilfgräser mehr. "Sundiesel" kann auch mit herkömmlichem Kraftstoff gemischt werden. Volkswagen und Daimler-Chrysler sind an Choren beteiligt. Sie wollen ab 2007 Dieselfahrzeuge liefern, die mit "Sundiesel" betrieben werden können. (Quelle: www.sonnenseite.com)

31.5.05

(Medien) Die spitze Feder des Ex-Königs

Kambodschas ehemaliger König Norodom Sihanou ist 82 Jahre alt, aber ein echter Technik-Fan. In seinem Weblog kommentiert der Mann mit der bewegten Biographie aus der Ferne die Politik seines Heimatlandes, kritisiert gesellschaftliche Entwicklungen - und schwärmt für Cowboys.

Kambodschas Ex-König Norodom Sihanou äusserte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP wie folgt: "Auch der König hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern""Ich danke Ihnen, dass Sie mich beleidigt haben." Der frühere kambodschanische König Norodom Sihanouk legt auch im Internet Wert auf Anstand und Etikette. Gleichwohl lässt er es sich nicht nehmen, in einem eigenen Blog seine Ansichten zur Politik, zu Hollywood oder zu der von ihm unterstützten Homosexuellen-Ehe kund zu tun: "Jeder Kambodschaner, auch der König, hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern."

Trotz jahrelanger Krankheit ist der 82-Jährige in seinem Blog so redselig und scharfzüngig wie eh und je. Seit 50 Jahren ist Sihanouk eine feste Größe in der politischen Szene Asiens. Im Kampf um die Unabhängigkeit Kambodschas nahm er es mit Frankreich auf. Im Vietnamkrieg stellte er sich gegen die USA, so dass er 1970 in einem von Washington unterstützten Putsch gestürzt wurde. Um wieder an die Macht zu kommen, unterstützte er die Guerillabewegung der Roten Khmer, bis diese an die Herrschaft gelangten und ihn unter Hausarrest stellten. Erst 1993, nach dem Ende des von Vietnam eingesetzten Regimes, wurde Sihanouk wieder Staatsoberhaupt von Kambodscha.

Im Herbst vergangenen Jahres verzichtete der Monarch aus Gesundheitsgründen auf den Thron, der daraufhin von seinem Sohn Sihamoni übernommen wurde. Zurzeit lebt er wieder in Peking und muss immer mal wieder für einige Zeit zur Behandlung ins Krankenhaus. Aber mit seinem Auftritt im Internet bleibt er in einer Weise im Blickfeld der Öffentlichkeit, die wohl weltweit einmalig ist. Sihanouks Web-Site mit Texten auf Französisch, Khmer oder Englisch zieht täglich rund 1.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Zwar tritt er dabei nur als "älterer Bürger" auf, "der keinerlei Amtsgewalt hat". Aber seine Ansichten bleiben wichtig genug, um auszugsweise in der kambodschanischen Presse weitergegeben zu werden.

Kürzlich schrieb Sihanouk in seinem Blog, dass sich sein Krebsleiden wieder verstärkt bemerkbar mache. Er habe gehört, dass eine Zeitschrift bereits an seinem Nachruf arbeite. "Doch selbst heute, am Freitag dem 13., bin ich mir noch nicht meines Todes bewusst. Vielleicht bin ich schon tot. Aber ich werde weiter glauben, dass ich am Leben bin." (Quelle: Auszüge aus www.spiegel.de)

28.5.05

(Medien) Mutige Redaktion der NZZ

Es kommt nicht häufig vor, dass Mitarbeiter eines Unternehmens öffentlich gegen einen ihrer Verwaltungsräte Stellung beziehen. So aber geschehen in der aktuellen Wochenendausgabe der Neuen Zürcher Zeitung von Ende Mai. Der Betroffene, der St.Galler Privatbankier Konrad Hummler ist nicht nur im Finanz- und Mediengeschäft aktiv, sondern profiliert sich derzeit als einer der (wenigen) Schengen-Gegner aus der Privatwirtschaft.

Allzuviel Sorgfalt lässt er seiner Kampagne im Rahmen eines «Wirtschaftskomitees» aber nicht angedeihen. So legen die Schengen-Gegner auf grossformatigen Plakaten verschiedenen EU-Kommissaren (ungefragt) Parolen in den Mund, wonach sie sich darauf freuten, bald auf die Schweizer Gesetzgebung Einfluss nehmen zu können. Doch ausgerechnet deren Dossiers hätten, wie die NZZ aufführt, rein gar nichts mit dem Schengenabkommen zu tun (zum Beispiel die Bereiche Umwelt, Haushalt und Konsumentenfragen).

So fragt die für einmal gar nicht so verstaubte Zeitungstante, ob denn das Komitee bewusst und wider besseres Wissen exotische Kommissarsnamen wie Dimas, Grybauskaité, Kyprianou und Spidla wählte, «weil sich mit diesen in der Öffentlichkeit das Misstrauen gegen die angeblich freihändige Einmischung eines fremden Gesetzsgebers besser schüren lässt?» Die NZZ schliesst ihren Einwurf gegen den eigenen Verwaltungsrat mit Hinweis auf das Leitbild seines Bankhauses. Dort sei eine ehrliche, kompetente und auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse ausgerichtete Beratung gelobt, die Vertrauen schaffe. Gegenüber seinen politischen «Kunden» sei Konrad Hummler mit seinem Komitee offenbar nicht zur gleichen Sorgfalt verpflichtet.

26.5.05

(Finanzen) Fonds lieber von ausländischen Anbietern

Es hat sich leider nichts geändert im Gesamturteil über Fondsgesellschaften. Eine neue Untersuchung der deutschen Zeitschrift «Finanztest» fördert zutage, dass Schweizer Anbieter nicht unter den weltweit besten zu finden sind. Und bestätigt damit frühere Vergleiche, die den Schweizern jeweils eher schlechte Zeugnisse ausstellten.

An der Spitze des aktuellen Tests steht die amerikanische Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Mit deren Fonds, so «Finanztest», sind die Anleger gut bedient. Das Angebot sei zwar vergleichsweise klein, aber von fast durchweg hoher Qualität. Weil sich kleinere und grössere Anbieter nur schlecht vergleichen lassen, wurde der Test in mehreren Kategorien durchgeführt.

Spitzenreiter bei den grossen Fondsgesellschaften mit mindestens 30 bewerteten Fonds ist die Tochter der Deutschen Bank, die DWS. Das überrascht nicht weiter, räumen doch die DWS-Fonds bei diversen Fond-Award-Vergaben immer wieder massenhaft ab. Hier immerhin haben sich die UBS und die Credit Suisse die Plätze zwei und vier erkämpft, gegenüber früher eine deutliche Steigerung. Das Prädikat im Testurteil lautet allerdings für beide nur «befriedigend». Bei den mittelgrossen Gesellschaften steht Merill Lynch an der Spitze und Fidelity erreicht ebenso die Note «gut». An dritter Stelle hier die Swisscanto – der früher unter dem Namen Swissca firmierende Zusammenschluss der Fonds der Kantonalbanken. Doch wie schon bei den Grossen der Wermutstropfen: Die Note lediglich «befriedigend».

Drei gute Gesellschaften schliesslich unter den Kleinen. Mit der insgesamt besten Note die erwähnte Franklin-Templeton-Gruppe. Daneben glänzen auch State Street mit ihrer Palette an Indexfonds sowie Morgan Stanley. Negativ überrascht die holländische ABN-Amro, die als eine der wenigen Anbieter ein «mangelhaft» einheimst. Wer sich also nicht der mühsamen Auslese einzelner Fonds verschiedener Anbieter unterziehen will, wird mit der Wahl einer der guten Fondsgesellschaften nicht schlecht fahren.

23.5.05

(Finanzen) Speziell sind nur die Kosten

Gleich zwei Anlagekategorien sind in den letzten Jahren angetreten, dank spezieller Mechanismen das Glück der Anlegerschaft zu mehren. Hedge Funds sollten dank Strategien Mehrwert schaffen, die für andere Fonds verboten sind. Dazu gehören beispielsweise Termingeschäfte auf den Rohstoffmärkten oder Leerverkäufe von Aktien, zusammengefasst auch unter dem schillernden Begriff der Derivate. Neben den Hedge Funds sind es die Absolute-Return-Fonds, die ebenfalls durch einen Mix verschiedener Strategien für immerwährende positive Resultate sorgen sollen.

Versagt haben in letzter Zeit beide Kategorien. Zu diesem Schluss kommen unabhängig voneinander die Wirtschaftszeitung Cash und die Anlagebeilage Akonto des Tages-Anzeigers, je in ihren neuesten Ausgaben. Demnach haben Hedge Funds im April 1,8 Prozent verloren, das ganze laufende Jahr war bislang meist negativ und die positiven Ergebnisse des vergangenen Jahres werden durch ganz normale Anlagefonds spielend in den Schatten gestellt. Sicher: In früheren Jahren haben die Hedge Funds gemäss den publizierten Zahlen geglänzt. Aber mit den Zahlen ist es gerade bei dieser Fondskategorie so eine Sache, denn Transparenz ist kaum vorhanden.

So weit wie die Hedge Funds haben es die Absolute-Return-Fonds schon gar nicht geschafft. In ihrer – zugegebenermassen kurzen – bisherigen Geschäftsdauer fielen sie zwar nicht durchwegs, aber mehrheitlich durch negative Renditen auf. Wie das, da doch hier positive Resultate quasi versprochen werden. Gemäss Cash liegt es an der Unfähigkeit der Fondsmanager, ihre an sich gegebenen Anlagefreiheiten gewinnbringend umzusetzen. Und bei beiden Kategorien spielen zweifellos die vergleichsweise hohen Gebühren aller Art die entscheidende Rolle, wenn AnlegerInnen sich schliesslich wieder enttäuscht von diesen Anlageformen abwenden.

So bleibt die Erkenntnis, dass auf lange Frist die traditionellen, transparenten Fonds wohl die beste Chancen bieten – eine genügende Diversifikation vorausgesetzt! Und auch vorausgesetzt: Nicht der kurzfristige Gewinn steht im Vordergrund – auf diesen zielen die oben vorgestellten Fonds – sondern die langfristigen Resultate. Übrigens: Der an dieser Stelle am 20.März unter dem Titel «Oscars für die Besten» vorgestellte Fonds-Mix kommt nach zwei Monaten auf plus 1.13 Prozent.

18.5.05

(Umwelt) Gabriela Manser und ihre Mineralquelle Appenzell

Nachhaltigkeit ist für die Unternehmerin des Jahres eine Selbstverständlichkeit. Kürzlich wurde sie Unternehmerin des Jahres und mit dem Preis der Veuve-Cliquot-Stiftung beglückt. Vorgezeichnet war für Gabriela Manser der Weg angesichts ihrer Ausbildung als Kindergärtnerin sowie Teamberaterin und Supervisorin nicht. Doch dann entschied sie sich bewusst, die Familientradition fortzuführen und eine der wenigen noch selbständigen Mineralwasserproduktionen der Schweiz zu übernehmen.

Nein, ein Wachstumsmuffel ist sie nicht. Schliesslich hat die Mineralquelle Appenzell mit Sitz in Gontenbad den Umsatz in den vergangenen Jahren verdreifacht auf gegen sieben Millionen Franken – oder rund neun Millionen Flaschen (neben Handelsaktivitäten). Auch die Belegschaft ist in dieser Wachstumsphase deutlich gewachsen auf rund das Doppelte (derzeit 21 Personen). Für die Zukunft möchte sich Gabriela Manser an die alte Appenzeller Bauernregel halten: «S’Heu dann einholen, wenn es bereit ist!» Will heissen, dass Manser auch einem weiteren Wachstum gegenüber nicht abgeneigt ist.

Zur Unternehmerin des Jahres wurde sie unter anderem gewählt dank der innovativen Produkte, die die Appenzeller Mineralquelle immer wieder lanciert. Neben neuen Gebinden und der speziellen Abstufung des Kohlensäuregehalts bei Mineralwassern (still, leise, laut). Das Flaudergetränk, ein kalorienarmes Mineralwasser mit Holundergeschmack und Melissezusatz, hat unterdessen Kultstatus erreicht und erfreut sich boomender Umsätze. Eine Entwicklung, die dem Mineralwasser mit Rosenessenz, unter dem Namen Wonder soeben lanciert, ebenso beschert sein könnte.

Und was ist nachhaltig an der ganzen Sache? Der Begriff erscheint Gabriela Manser ein wenig abgegriffen. Sie spricht lieber schlicht von Qualität. Die nicht gerade billigen Produkte – unausweichlich angesichts der hiesigen Kostenverhältnisse – lassen sich eben nur dank hoher Qualität rechtfertigen. Und das bezieht natürlich alle Komponenten der Nachhaltigkeit mit ein. «Wer mit Wasser als Rohstoff der Natur arbeitet, der kommt um eine nachhaltige Bewirtschaftung nicht herum.» (ursprünglich verfasst für WIV-Newsletter 1/05)

14.5.05

(Finanzen) Top-Fondsinfo

Die US-Fondsratingagentur Morningstar ist in der Schweiz mit dem Anlegermagazin Stocks eine Medienpartnerschaft eingegangen. Über www.stocks.ch/morningstar sind nun ausführliche Ratings für verschiedenste Anlageklassen sowie allgemeine aktuelle Fondsinformationen abrufbar. Ausführliche Marktkommentare ergänzen das vielfältige statistische Zahlenmaterial – das sich übrigens zu eigenen Vergleichen zusammen führen lässt. Eine gute Seite für Fondsinteressierte, mit derzeit folgenden Aktualitäten:

Die Top-Ten-Liste der erfolgreichsten Fonds der letzten drei Jahre sieht den Indienfonds von HSBC an der Spitze. Gleich mitgeliefert wird ein ausführlicher Artikel über das Wirtschaftswunder in Indien, welches noch immer im Schatten des chinesischen abläuft, aber nicht minder heftig ausfällt. Nicht wenige Finanzanalysten sehen derzeit Indien gegenüber China gar im Vorteil, wenn auch beide Volkswirtschaften riesigen Strukturproblemen gegenüber stehen.

Ein weiterer aktueller Kommentar der Site widmet sich der Entwicklung der Rohstoffmärkte und stammt ebenfalls aus der Analyseabteilung von Morningstar. Darin heisst es unter anderem: «Rohstoffkörbe haben mit Blick auf Aktienmärkte eine Korrrelation nahe null (Rentenmärkte und Rohstoffe korrelieren leicht positiv). Die Bewegungen an den Kapitalmärkten haben somit deskriptiv statistisch keinen Einfluss auf die Entwicklung der aggregierten Rohstoffpreise und umgekehrt. Damit punktet die Asset Klasse unter Diversifikationsgesichtspunkten. Die Schwankungsanfälligkeit eines Wertpapierdepots nimmt durch die Beimischung von Commodoties ab.

11.5.05

(Umwelt) Schizophrene Reisebranche

Mit Zuschlägen ist die Reisebranche jeweils schnell zur Hand, wenn der Ölpreis wie unlängst in die Höhe schnellt. Selbst Frühbucher werden gestraft, indem noch eine Preiserhöhung nachgeschoben wird. So geschehen Mitte April für Charterflüge. Oder wer hat sich nicht schon über die im Kleingedruckten geltend gemachten Zuschläge geärgert, die den ursprünglichen Billigtarif zum normalen Flugtarif verkommen lassen?

Absurd mutet an, dass nur in diesem Falle die Kosten weiter gereicht werden. Für die längst bekannten, ökologisch bedenklichen wie finanziell beträchtlichen negativen Auswirkungen der Fliegerei scheint demgegenüber ein Zuschlag unmöglich. Immer wieder wehrt sich die Branche mit dem Hinweis auf die internationale Konkurrenz gegen jedwede Art von Kerosinsteuer.

Bleibt nur die eigene Tat, etwa im Rahmen von CliPP, der Climate Protection Partnership. Das Projekt leitet einen freiwillig entrichteten Zuschlag an Klimaschutzprojekte weiter (www.clipp.org). Ein leicht billigeres Angebot gibt es über die studentische Initiative www.myclimate.org.

8.5.05

(Medien) Neue soziale Perspektiven

«Arbeit schaffen statt Rente zahlen» ist das Anliegen der Zürcher Sozialpolitik. Eine neue Schrift aus der Edition Sozialpolitik zeigt, wie die grösste Schweizer Metropole das Anliegen umsetzen will. Gestärkt werden soll damit vor allem die soziale Komponente nachhaltigen Wirtschaftens. Die Zürcher Sozialamtsvorsteherin Monika Stocker macht es in einem einleitenden Interview klar: «Das Sozialwesen ist nicht so gut, dass keine Verbesserungen mög-lich wären, aber auch nicht so schlecht, wie es gewisse PolitikerInnen sehen wollen.» Und die nötigen Verbesserungen haben laut Stocker eine klare Stossrichtung. Es gilt ins Soziale zu investieren und dann wird es uns allen besser gehen.

Ins Soziale investieren bedeuten vor allem, Perspektiven für die Betroffenen zu eröffnen. Damit wird der Übergang möglich von der reinen Sozialhilfe zu einer teilweise an Leistung gekoppelten Entlöhnung. Umgekehrt gibt es laut Stocker in unserer Gesellschaft an sich genügend Arbeit. Viele Dienstleistungen können aber nicht mit voll bezahlten Hochleistungsarbeitsplätzen erbracht werden. Hier kommt dem sogenannt ergänzenden Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle zu. Monika Stocker zeigt auch auf, wie sich die Arbeitsgesellschaft ständig wandelt und die kommunale Sozialpolitik parallel gefordert ist. Während früher Integration arbeitsloser Jugendlicher, Randständiger und Asylsuchender eher gelang, scheint solches angesichts einer radikal veränderten Arbeitswelt kaum mehr umfassend möglich. So wird es zur zentralen Frage, wie das Wirtschaftssystem mit dem Wandel der Arbeitsgesellschaft umgeht.

Nachhaltigkeit im sozialen Bereich bedeutet neben der Gestaltung der Arbeitswelt zuallererst auch das Schaffen von Arbeitsplätzen, die vielleicht nicht immer auf alle Zeiten abgesichert sind – die aber für gewisse Zeit Beschäftigung und Einkommen ermöglichen und damit Chancen und Perspektiven eröffnen.

Buchtipp: «Neue Perspektiven der Arbeitsintegration», Edition Sozialpolitik Nr. 11, hrsg. vom Sozialdepartement der Stadt Zürich; zu beziehen über info@sd.stzh.ch

3.5.05

(Umwelt) Neue Solarkraftwerke: Kommt die Superzelle?

Kann es sein, das sogenannte Konzentratorzellen künftig 800-Mal mehr Solarstrom erzeugen als konventionelle Solarzellen aus Silizium? Das behauptet "Die Zeit" in einem Energie-Spezial vom 28. April 2005.

Die Erfinder dieser neuartigen Zellen, das deutsche Physiker-Ehepaar Inge und Nikolaus Laing, leben seit 27 Jahren in Südkalifornien, in San Diego, wo die Sonne scheint wie in Nordafrika. "Wir wollen die Erzeugung von Elektrizität aus Sonnenkraft revolutionieren", sagt Nikolaus Laing, Chef eines fünf-köpfigen Forscherteams, das vom US-Energieministerium unterstützt wird. In Deutschland war zuvor Forschungsfeld für private Forschung abgelehnt worden. Damals wurde in Deutschland Geld überwiegend in staatliche Institute oder in Großkonzerne wie Siemens investiert. Also gingen die Laings in die USA. Bis heute haben sie 1000 Patente angemeldet. Allein in den USA wurden über 200 Patente erteilt. Über 66 Anmeldungen werden kommerziell genutzt.

Das 78 und 82 Jahre alte Ehepaar Laing hoffen, den Bau der ersten kommerziellen Kraftwerke mit Konzentratorzellen noch zu erleben. Der höhere Wirkungsgrad wird durch die Bündelung des Sonnenlichts, die permanente Neuausrichtung der Anlage nach dem Stand der Sonne und mit speziellen Solarzellen erreicht. Die Laings versprechen, dass die neuen Kraftwerke künftig Kohle- und Atommeiler ersetzen können.

Das Kraftwerk mit den neuen Zellen schwimmt in einem kreisrunden Bassin und orientiert sich immer an der Sonne. Deshalb kann das Kraftwerk 80 Prozent der auf die Brenngläser treffenden Sonnenstrahlen nutzen. Auch Hermann Scheer glaubt an die künftigen Superzellen, schränkt jedoch ein, dass sie wegen des großen Gewichts der Wasserkühlung nicht auf Flachdächern montiert werden könnten. Die neue Technik sei vor allem für Wüstenland geeignet, wo es viel freie Fläche und noch mehr Sonne zur Gewinnung von Energie gibt. (Quelle: www.sonnenseite.com)

30.4.05

(Finanzen) Leibrente ist auch ein Risiko

Statt nach der Pensionierung vorhandenes Eigenkapital selbst zu verwalten, liegt der Abschluss einer Leibrente nahe. Sie garantiert ab sofort oder mit aufgeschobenem Leistungsbeginn ein sicheres monatliches Einkommen bis zum Tode. Je nach Abschluss erhalten die Erben gar – ganz im Gegensatz zur Pensionskassenrente – allenfalls vorhandenes Restkapital ausbezahlt (sogenannte Rückgewähr). Und eine Leibrente lässt sich, so ein weiterer Vorteil, auch auf zwei Leben abschliessen. Der Einbezug des Ehepartners ist also problemlos möglich.

Soweit zu den Vorteilen dieses auf den ersten Blick bestechenden Instruments finanzieller Altersvorsorge. Wie das Magazin K-Geld in seiner neuesten Ausgabe (2/05) belegt, ist die Sache so einfach aber auch wieder nicht. Wer eine Leibrente abschliessen möchte, sollte unbedingt mehrere Vorschläge einholen. Frühere Vergleiche verschiedener Gesellschaften helfen wenig, da diese selbst ihre Konditionen laufend verändern.

K-Geld kommt im aktuellen Vergleich per April 2005 zum Schluss, dass die garantierten Jahresrenten von 14 Gesellschaften so weit nicht auseinander liegen. Sie betragen nach einer Einmaleinlage von 300'000 Franken für ein Ehepaar leicht über 11'000 Franken. Der Haken liegt jedoch bei den nichtgarantierten Überschüssen, die sich pro Jahr um Tausende unterscheiden – und eben, sie sind nicht garantiert, sondern vom erzielten Finanzergebnis abhängig. Änderungen der Überschüsse bei Lebensversicherungen sind den VersicherungsnehmerInnen in schlechter Erinnerung.

Zu den finanziellen Unsicherheiten kommen noch steuerliche Belastungen, die die Leibrente wenig attraktiv erscheinen lassen (40 Prozent sind als Einkommen zu versteuern). Und doch: Wer gar nichts mit seinem frei verfügbaren Kapital zu tun haben möchte, mag sie wählen. Eine Auszahlung des Pensionskassenkapitals, nur um eine Leibrente zu erwerben, scheint hingegen in den wenigsten Fällen sinnvoll. Konkret am besten gemäss Aufstellung von K-Geld schnitten die Angebote der Raiffeisenbanken und von CS/Winterthur ab.

23.4.05

(Finanzen) Nestlé ist nicht das Letzte!

Wer geglaubt hätte, die Eskapaden der Nestlé-Führung hätten die Topshots des Nahrungsmittelmultis der Leaderschaft in Bad Governance überführt, sieht sich durch die Wirtschaftszeitung Cash jetzt eines besseren belehrt. Deren neueste Ausgabe belegt, dass die beiden Chemiegiganten aus Basel, Novartis und Ciba, Nestlé locker übertrumpfen. Ins Auge stechen dabei die Praxis, unverhältnismässig hohe Löhne – auch ohne Leistungsausweis – an die Oberen zu entrichten sowie das Doppelmandat, das auch die Basler Spitzen bezüglich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat kennen.

Nach der Arena-Diskussionssendung von Freitagabend wissen wir auch oder vermuten mit gutem Grund, warum der geschiedene Nestléboss Rainer E. Gut die Auseinandersetzung mit Dirk Schütz, Chefredaktor von Cash, scheute. Schütz argumentiert äusserst geschliffen und stellt all die Argumente der Doppelmandatsträger wie der Hochlohnbezüger spielend in die Ecke. Beispielsweise könne auf keinen Fall von einem Markt für die Topshots gesprochen werden, der die 20-Millionengehälter bedinge. Denn des gebe keinen einzigen europäischen Spitzenmanager in den USA und kaum einen erfolgreichen amerikanischen in Europa. Auch dürfe man nicht ständig – wie von Nationalrat Spuhler wiederholt versucht – das angelsächsische System als Begründung beiziehen für hohe Löhne - um es flugs wegen seiner Andersartigkeit als ungeeigneten Bezugspunkt zu etikettieren, wenn es um Transparenzrichtlinien geht.

Da mag das Bekenntnis des Schreibenden hilflos wirken – und doch ist es die letztmögliche Tat. Ich habe in den letzten Tagen meine – aus einer Erbschaft stammenden - Novartisaktien abgestossen und damit den letztmöglichen Schritt der Aktionärsdemokratie wahrgenommen. Auch Pensionskassen sollten diesen Weg beschreiten, wenn er bei den Schwergewichten der CH-Börse zugegebenermassen auch schwierig bis ins Letzte zu verfolgen ist.

20.4.05

(Finanzen) Beteiligungsgesellschaft SPG in Bedrängnis.

Instrumente für das nachhaltige Investieren gibt es unterdessen zahllose. So führt eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für den europäischen Raum deren 112 Fonds auf, die insgesamt rund 5,3 Milliarden Euro an Investitionen vereinen. Daneben gibt es weitere Finanzinstrumente, hierzulande unter anderem die Beteiligungsgesellschaft Sustainable Performance Group (SPG), die am heutigen Mittwoch in Zürich ihre Generalversammlung abhielt.

Zu berichten gab es den AnlegerInnen, die rund 200 Millionen Franken investiert haben, wenig Erfreuliches. Während in früheren Jahren der Vergleichsindex doch in der Mehrzahl der Fälle übertroffen wurde, war dies 2004 nicht der Fall. Die negative Performance blieb deutlich hinter dem MSCI-Index zurück. Verwaltungsratspräsident Ernst A. Brugger bezeichnete die Entwicklung auch für die Verantwortlichen als «frustrierend». Zurückzuführen sei sie auf das schlechte Abschneiden einiger Kerninvestitionen, etwa des Chemieriesen Pfizer, der Elektronikfirma SEZ oder des Windturbinenherstellers Vestas.

Unterdessen hat der Verwaltungsrat eine Kurskorrektur vorgenommen. So sollen die Engagements künftig vornehmlich bei mittleren und nicht mehr in grosskapitalisierten Unternehmen erfolgen. Ausnahmen wie Toyota vorbehalten, denn den Autohersteller sieht man bei SPG nach wie vor als grossen Innovator wie auch Leader seiner Branche mit Potenzial. Zudem vertraten die Verantwortlichen den Standpunkt, den Vergleich mit Fonds nicht scheuen zu müssen. Für die AnlegerInnen sei mehr Transparenz gegeben und Mitsprache möglich. Auch die Performance liege für SPG immer noch im Bereich der besten Nachhaltigkeitsfonds. Die Statistiken sprechen allerdings eine andere Sprache. Lag doch die Performance der SPG seit 2001 regelmässig hinter jener der grossen Nachhaltigkeitsfonds, die in der Schweiz auf dem Markt sind (Swisscanto Green Invest, UBS Eco Performance, CS Global Sustainability).