Was sind schon 100 Jahre heutzutage? Für alle, die vorher sterben, eine magische Grenze immerhin. Nun, 100 Jahre ist weder das Fernsehen noch das Internet alt – und so sind im Medienbereich auch unbedeutendere Jubiläen en vogue. Und in eigener Sache lässt sich vermelden, dass hiermit unter http://tipps.blogspot.com bereits der 100.Artikel erscheint.
Ob sich damit Geld verdienen lässt, hat sich kürzlich ein gestandener Journalistenkollege erkundigt. Verbunden war damit vielleicht auch die Befürchtung, das Internet könnte den herkömmlichen Medien gelegentlich den Garaus machen – liesse sich Geld damit verdienen, um so eher. Kein Grund zur Sorge! Mit Blogs lässt sich bislang und wohl auf Weiteres kaum Geld machen. Eine gewisse Aufmerksamkeit ist – hoffentlich je nach Qualität – jedoch durchaus gegeben. Und so sei bekannt: Es geht um nichts anderes, als mit dem Blog Aufmerksamkeit zu errreichen.
Beim Blog mit den Tipps ist in erster Linie anvisiert, aus gesellschaftlich so bestimmenden Bereichen wie Finanzen, Medien und Umwelt das herauszufiltern, was in den herkömmlichen Medien eben nicht, zu spät oder verzerrt zur Darstellung gelangt, vielleicht auch zu kurz (siehe dazu den vorangehenden Blog mit dem Hinweis auf das Interview mit Spiegel-Chefredaktor Stefan Aust). Die Verquickung der Themen Finanzen und Umwelt hat in den vergangenen Jahren zwar eine gewisse Konjunktur erlebt. Man wünschte sich aber eine kontinuierlichere Berichterstattung und mehr hilfreiche Tipps zum nachhaltigen Investieren – les voilà im Blog. Schliesslich hat die Medienberichterstattung in den vergangenen Jahren so manche Rückschläge erlitten – bis hin zur Verbannung als Ressortthema. Da kommen die vielen Medienblogs gerade gerufen wie etwa www.dienstraum.ch oder www.medienspiegel.ch oder eben, es sei ein letztes Mal in Erinnerung gerufen www.tipps.blogspot.com!
P.S. Der Verfasser weilt in den kommenden drei Wochen in China, wird keinerlei Artikel aus den Bereichen Finanzen, Medien, Umwelt verfassen – vielleicht aber hin und wieder ein Spezial zu China.
19.1.05
18.1.05
(Medien) Ein Lob dem langen Artikel
Es mag nicht allzu viele ZeitgenossInnen geben, die den langen – nicht langfädigen – Artikel dem 20-Sekunden-Diktat der neuen Presse vorziehen. Kurz soll es ja sein in der Regel, auf einen Nenner gebracht, verdichtet zur griffigen Schlagzeile. Selbst sogenannte Qualitätszeitungen und –zeitschriften haben sich zunehmend dem Diktat der Kürze unterzogen. Die allermeisten Zeitungsrenovationen hierzulande standen in den letzten Jahren unter diesem Vorzeichen.
Löbliche Ausnahme ist sicher die Neue Zürcher Zeitung, die eben das bemerkenswerte 225-Jahr-Jubiläum feiert. Ihre Konzession an den Zeitgeist besteht vor allem in der Einführung von mehr Struktur in den einzelnen Berichten und natürlich im vielbeachteten und teils geschmähten Vierfarbendruck – den einzudenken die «Alte Tante» allerdings dosiert vorzunehmen gedenkt. Bei der Artikellänge aber scheint jedem Schreibenden nach wie vor die freie Wahl gewährt zu sein, ob es nicht auch mehr als deren 10'000 Anschläge respektive 250 Zeitungszeilen sein sollen. Die andere grosse Ausnahme im Längenmass ist der deutsche «Spiegel». Erfrischend bekennt sich dessen Chefredaktor Stefan Aust im Tages-Anzeiger-Interview vom Montag, 17.1., zur umfassenden Länge der Berichterstattung, ja erhebt sie gar zum Schlüssel des Auflageerfolgs der letzten Jahre, der sich effektiv trotz der Konkurrenz des Kurzfuttermagazins Fokus eingestellt hat.
Ironie des Tagi-Interviews: Auch diese Zeitung hat in den letzten Jahren ihr Heil vornehmlich in der Verkürzung gesucht, vornehm kaschiert durch Stichworte wie Leserfreundlichkeit, Übersichtlichkeit und Blattführung. Dem hält Aust etwa entgegen «Ich denke nie über das Leserinteresse nach». Immerhin, das Interview im Tagi erstreckt sich ausnahmsweise einmal über mehr als eine Seite und erfasst damit eine ganze Palette von Themen zur Wirkung des Spiegels. Und im gleichen Blatt erscheint auch noch eine bemerkenswerte und durchaus lange, ganzseitige sowie sehr subjektive Geschichte des China-Korrespondenten, der seine spezielle Beziehung zum Katastrophengebiet in Thailand beschreibt. Auch das absolut lesenswert, trotz der unüblichen Länge.
Löbliche Ausnahme ist sicher die Neue Zürcher Zeitung, die eben das bemerkenswerte 225-Jahr-Jubiläum feiert. Ihre Konzession an den Zeitgeist besteht vor allem in der Einführung von mehr Struktur in den einzelnen Berichten und natürlich im vielbeachteten und teils geschmähten Vierfarbendruck – den einzudenken die «Alte Tante» allerdings dosiert vorzunehmen gedenkt. Bei der Artikellänge aber scheint jedem Schreibenden nach wie vor die freie Wahl gewährt zu sein, ob es nicht auch mehr als deren 10'000 Anschläge respektive 250 Zeitungszeilen sein sollen. Die andere grosse Ausnahme im Längenmass ist der deutsche «Spiegel». Erfrischend bekennt sich dessen Chefredaktor Stefan Aust im Tages-Anzeiger-Interview vom Montag, 17.1., zur umfassenden Länge der Berichterstattung, ja erhebt sie gar zum Schlüssel des Auflageerfolgs der letzten Jahre, der sich effektiv trotz der Konkurrenz des Kurzfuttermagazins Fokus eingestellt hat.
Ironie des Tagi-Interviews: Auch diese Zeitung hat in den letzten Jahren ihr Heil vornehmlich in der Verkürzung gesucht, vornehm kaschiert durch Stichworte wie Leserfreundlichkeit, Übersichtlichkeit und Blattführung. Dem hält Aust etwa entgegen «Ich denke nie über das Leserinteresse nach». Immerhin, das Interview im Tagi erstreckt sich ausnahmsweise einmal über mehr als eine Seite und erfasst damit eine ganze Palette von Themen zur Wirkung des Spiegels. Und im gleichen Blatt erscheint auch noch eine bemerkenswerte und durchaus lange, ganzseitige sowie sehr subjektive Geschichte des China-Korrespondenten, der seine spezielle Beziehung zum Katastrophengebiet in Thailand beschreibt. Auch das absolut lesenswert, trotz der unüblichen Länge.
16.1.05
(Medien) Tödliche Gefahr für Journalisten
Der Irak war 2004 zum zweiten Mal in Folge das weltweit gefährlichste Land für Journalisten. Allein dort starben gemäss «Reporter ohne Grenzen» 19 Reporter und 12 Medienmitarbeiter. Für die meisten Todesfälle sind Rebellengruppen verantwortlich; die US-Armee hat den Tod von vier Journalisten und Medienmitarbeitern zu verantworten.
Zensur und Verbot von Medien haben nach Erkenntnissen von Reporter ohne Grenzen etwa in Russland, Weißrussland und im Iran stark zugenommen. So haben die Behörden in Weißrussland im Vorfeld der Wahlen vom vergangenen Oktober das Erscheinen zahlreicher unabhängiger Zeitungen und Zeitschriften verhindert. Im Iran - wo im Mai Wahlen anstehen - sind seit einigen Monaten vor allem oppositionelle Internetzeitungen gesperrt. Während der politischen Unruhen in Haiti und der Elfenbeinküste wurden dort viele Medien gewaltsam an ihrer Arbeit gehindert: Journalisten wurden bedroht und angegriffen, Büros verwüstet. Weltweit sind derzeit 103 Journalisten sowie 70 Internet-Dissidenten hinter Gittern.
Mit grossem Erfolg tourt derzeit die zum Thema passende Ausstellung "100 Fotos für die Pressefreiheit" durch Deutschland – aktuell ist sie in München zu sehen. Die Ausstellung dokumentiert soziale Missstände, Leid und Verfolgung, Krieg - eine Wirklichkeit, die in den öffentlichen Äußerungen der Politik oft ignoriert wird. Nur der mutige und häufig mit großen Gefahren verbundene Einsatz von Journalistinnen und Journalisten vor Ort macht diese Zustände öffentlich wahrnehmbar. Siehe dazu auch www.100-fotos-fuer-die-pressefreiheit.de
Zensur und Verbot von Medien haben nach Erkenntnissen von Reporter ohne Grenzen etwa in Russland, Weißrussland und im Iran stark zugenommen. So haben die Behörden in Weißrussland im Vorfeld der Wahlen vom vergangenen Oktober das Erscheinen zahlreicher unabhängiger Zeitungen und Zeitschriften verhindert. Im Iran - wo im Mai Wahlen anstehen - sind seit einigen Monaten vor allem oppositionelle Internetzeitungen gesperrt. Während der politischen Unruhen in Haiti und der Elfenbeinküste wurden dort viele Medien gewaltsam an ihrer Arbeit gehindert: Journalisten wurden bedroht und angegriffen, Büros verwüstet. Weltweit sind derzeit 103 Journalisten sowie 70 Internet-Dissidenten hinter Gittern.
Mit grossem Erfolg tourt derzeit die zum Thema passende Ausstellung "100 Fotos für die Pressefreiheit" durch Deutschland – aktuell ist sie in München zu sehen. Die Ausstellung dokumentiert soziale Missstände, Leid und Verfolgung, Krieg - eine Wirklichkeit, die in den öffentlichen Äußerungen der Politik oft ignoriert wird. Nur der mutige und häufig mit großen Gefahren verbundene Einsatz von Journalistinnen und Journalisten vor Ort macht diese Zustände öffentlich wahrnehmbar. Siehe dazu auch www.100-fotos-fuer-die-pressefreiheit.de
11.1.05
(Medien - Netztipp) Nachdenken auf den Nachdenkseiten
Interessanter Hinweis auf die Folgen der Privatisierungswut der 90er Jahre. Die deutschen Nachdenkseiten (www.nachdenkseiten.de) berichteten am 7. dieses Monats über deren Folgen in Schweden. Da heisst es unter anderem: «Privatisierung, Liberalisierung der Märkte, Abschaffung von staatlich geregelten Dienstleistungen, diese Forderungen gehören zum Credo der Modernisierer. Schweden hat diesen Rat in den 90er Jahren strikt befolgt. Die Monopole von Post, Eisenbahn oder Stromversorgung wurden gebrochen, Regulierungen abgeschafft. Das Ergebnis nach einer Dekade: Bahntickets kosten 125% mehr. Taxis kosten ohne Preisbindung 72% mehr. Die Preise für Inlandsflüge stiegen drei mal so rasch wie die Inflation. Die Strompreise stiegen um 86%. Produktivitätsverbesserungen blieben aus. Ausnahme ist nur der Telekommarkt. Großunternehmen können allerdings bessere Preise aushandeln, gewöhnliche Kunden nicht. Das stellte der Volkswirt Dan Anderson fest, der im Auftrag der schwedischen Regierung die Folgen der Deregulierung untersuchte.»
So wird erstens endlich systematisch sichtbar, welche Folgen die Deregulierungen der beiden letzten Jahrzehnte in den meisten Fällen zeitigten. Und zweitens bewährt sich die Website www.nachdenkseiten.de als ein Forum der Gegenöffentlichkeit, das wichtige Erkenntnisse dort vermittelt, wo die gängigen Medien – aus welchen Gründen auch immer – versagen. Immerhin, die Meldung beruht ursprünglich auf einem Korrespondentenbericht des Kölner Stadt-Anzeigers.
So wird erstens endlich systematisch sichtbar, welche Folgen die Deregulierungen der beiden letzten Jahrzehnte in den meisten Fällen zeitigten. Und zweitens bewährt sich die Website www.nachdenkseiten.de als ein Forum der Gegenöffentlichkeit, das wichtige Erkenntnisse dort vermittelt, wo die gängigen Medien – aus welchen Gründen auch immer – versagen. Immerhin, die Meldung beruht ursprünglich auf einem Korrespondentenbericht des Kölner Stadt-Anzeigers.
9.1.05
(Medien) Das Magazin betreibt Weisswäscherei
Die CH-Finanzszene hat wieder einen Buhmann, nach Tettamanti, Rey und Konsorten ist es der Basler Dieter Behring, der zuerst in den Himmel gelobt und nun in den Boden geschrieben wird. Allerdings lässt die Ausnahme in Form der medialen Rehabilitierung nicht lange auf sich warten. Wie schon vor Jahren im Falle des Werner K. Rey ist es wiederum «Das Magazin», das in der ersten Ausgabe des neuen Jahres dieses zweifelhafte Geschäft besorgt und Dieter Behring ins rechte Licht zu rücken sucht.
Dafür sind dem Autor Res Strehle, seines Zeichens auch Chefredaktor des Magazins – das von nun an auch der Basler und er Berner Zeitung beiliegt – so ziemlich alle Mittel recht. Erstens wird der untersuchende Staatsanwalt als nichtsahnender Dilletant aus der Provinz abgetan, der bisher nichts anderes vollbrachte, als schon mal mit vollem Rohr auf den Spatz in Form eines Hanfbauern gezielt zu haben. Zweitens ist vom Delikt des Dieter Behring im Artikel überhaupt nicht die Rede. Hunderte von Millionen aber flossen durch Behrings Firmenkonglomerat, um sich schliesslich in Nichts aufzulösen und manchen Anleger ins Elend zu stürzen. Natürlich sind die AnlegerInnen, die darauf herein fielen, wie stets auch selber schuld. Doch war es auch nicht so, wie der Magazinartikel suggeriert, dass für Behrings nicht zugelassene Fonds keine Werbung betrieben wurde. Vielmehr waren erwiesenermassen erfolgreiche Handlanger am Werk – und die Medien taten das ihre, um Behrings Anlagevehikeln zu Aufmerksamkeit zu verhelfen.
Behring hatte, als sich der Zusammenbruch des Finanzimperiums abzeichnete, gemäss Res Strehle drei Möglichkeiten - unter anderem jene, ins Ausland abzutauchen. Doch diese Variante war «für den in einem engen Kreis von ein paar handverlesenen Freunden verwurzelten Schweizer undenkbar». Eine reichlich naive Vorstellung von Heimatliebe angesichts dessen, was auf dem Spiele stand. Abgesehen davon, dass zumindest laut Strafverfolgungsbehörden aufgrund der Vorkehren eben doch akute Fluchtgefahr bestand. Doch Fakten passen nicht ins Bild der vom Magazin-Artikel betriebenen Weisswächerei.
Dafür sind dem Autor Res Strehle, seines Zeichens auch Chefredaktor des Magazins – das von nun an auch der Basler und er Berner Zeitung beiliegt – so ziemlich alle Mittel recht. Erstens wird der untersuchende Staatsanwalt als nichtsahnender Dilletant aus der Provinz abgetan, der bisher nichts anderes vollbrachte, als schon mal mit vollem Rohr auf den Spatz in Form eines Hanfbauern gezielt zu haben. Zweitens ist vom Delikt des Dieter Behring im Artikel überhaupt nicht die Rede. Hunderte von Millionen aber flossen durch Behrings Firmenkonglomerat, um sich schliesslich in Nichts aufzulösen und manchen Anleger ins Elend zu stürzen. Natürlich sind die AnlegerInnen, die darauf herein fielen, wie stets auch selber schuld. Doch war es auch nicht so, wie der Magazinartikel suggeriert, dass für Behrings nicht zugelassene Fonds keine Werbung betrieben wurde. Vielmehr waren erwiesenermassen erfolgreiche Handlanger am Werk – und die Medien taten das ihre, um Behrings Anlagevehikeln zu Aufmerksamkeit zu verhelfen.
Behring hatte, als sich der Zusammenbruch des Finanzimperiums abzeichnete, gemäss Res Strehle drei Möglichkeiten - unter anderem jene, ins Ausland abzutauchen. Doch diese Variante war «für den in einem engen Kreis von ein paar handverlesenen Freunden verwurzelten Schweizer undenkbar». Eine reichlich naive Vorstellung von Heimatliebe angesichts dessen, was auf dem Spiele stand. Abgesehen davon, dass zumindest laut Strafverfolgungsbehörden aufgrund der Vorkehren eben doch akute Fluchtgefahr bestand. Doch Fakten passen nicht ins Bild der vom Magazin-Artikel betriebenen Weisswächerei.
7.1.05
(Finanzen) Vom Ende einer guten Idee
Eine unabhängige Versicherungsgesellschaft, basierend auf alternativen Anlageideen, wird es in der Schweiz vorderhand nicht geben. Das vor etwas mehr als einem Jahr lancierte Projekt «altra» ist endgültig gescheitert, das nötige Aktienkapital wurde nicht gezeichnet. Noch im Sommer gab es Hoffnung, das Vorhaben könne doch noch erfolgreich lanciert werden. Die damals beschlossene Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung half aber nicht, weil die anvisierten Grossaktionäre, westschweizerische Krankenversicherungsgesellschaften, weiteren Vorgaben wie die spätere Abgabe ihrer Stimmenmehrheit nicht erfüllen wollten.
Für Unruhe sorgte das Projekt zwischenzeitlich, als Verwaltungsrätin Carol Franklin, ehemals Chefin Human Ressources der Swiss Re und Geschäftsführerin des WWF Schweiz, zurücktrat. Sie strebte an, die Finanzierung der altra auf eine breitere Basis zu stellen und dafür auch mit etablierten Grossbanken wie UBS oder CS zusammen arbeiten. Das verwehrte der restliche Verwaltungsrat, weil damit die Idee der alternativen Geldanlage zu stark geritzt worden wäre.
Die knappen Mittel der altra führten im Oktober dazu, den Vertrag mit dem Initianten und Geschäftsführer zu kündigen, Hanspeter Kessler war fortan noch als Projektleiter tätig. Der Verwaltungsrat beschloss nun schliesslich die Liquidation der Gesellschaft und gesteht gemäss Aktionärsbrief ein, «dass die Idee einer nachhaltigen Versicherungsgesellschaft auf lange Zeit gestorben ist». Das früher aufgebrachte Risikokapital von 700'000 CHF ist unwiderbringlich verloren. Hingegen erhalten Aktionäre, die den Betrieb der altra Versicherungsgesellschaft vorfinanzierten, den Nennwert der Aktien zurückbezahlt.
Für Unruhe sorgte das Projekt zwischenzeitlich, als Verwaltungsrätin Carol Franklin, ehemals Chefin Human Ressources der Swiss Re und Geschäftsführerin des WWF Schweiz, zurücktrat. Sie strebte an, die Finanzierung der altra auf eine breitere Basis zu stellen und dafür auch mit etablierten Grossbanken wie UBS oder CS zusammen arbeiten. Das verwehrte der restliche Verwaltungsrat, weil damit die Idee der alternativen Geldanlage zu stark geritzt worden wäre.
Die knappen Mittel der altra führten im Oktober dazu, den Vertrag mit dem Initianten und Geschäftsführer zu kündigen, Hanspeter Kessler war fortan noch als Projektleiter tätig. Der Verwaltungsrat beschloss nun schliesslich die Liquidation der Gesellschaft und gesteht gemäss Aktionärsbrief ein, «dass die Idee einer nachhaltigen Versicherungsgesellschaft auf lange Zeit gestorben ist». Das früher aufgebrachte Risikokapital von 700'000 CHF ist unwiderbringlich verloren. Hingegen erhalten Aktionäre, die den Betrieb der altra Versicherungsgesellschaft vorfinanzierten, den Nennwert der Aktien zurückbezahlt.
5.1.05
(Umwelt) Widersprüchliches China
Die Wirtschaftswundernation im fernen Asien sorgt für besorgniserregende Nachrichten zu Umwelt und Ressourcenverbrauch. Aber nicht nur, vielmehr gibt es auch hoffnungsvolle Zeichen. So wundert sich beispielsweise der Besucher oder die Besucherin des atemberaubenden Shanghai, dass der Lärm der vielen motorgetriebenen Zweiräder, Zeichen eines bescheidenen Wohlstands breiter Bevölkerungsschichten, dass dieser Lärm also gar nicht vorhanden ist. Denn in Shanghai sind benzingetriebene Zweitaktmotoren schlicht verboten. Ersetzt wurden sie durch geräuschfreie elektrisch angetriebene Fahrzeuge.
Nicht nur im Lokalen, wo das Umweltbewusstsein der Bevölkerung schnell zu wachsen scheint, geht China hoffnungsvolle Schritte zum Schutz der Umwelt. Soeben wurden – weltweit einmalige – Spritlimiten für Automobile in Kraft gesetzt. Benzinfressende allradgetriebene Ungeheuer dürften im Riesenreich bald der Vergangenheit angehören, wird das per anfangs 2005 in Kraft getretene Gesetz wirklich befolgt. Der WWF hat soeben ein Schulumweltprogramm konzipiert, das alle 200 Millionnen SchülerInnen im Riesenreich in den Schutz der Umwelt einführen soll.
Schliesslich unternimmt China grosse Schritte im Bereich erneuerbarer Energien, wenn auch der Staat gleichzeitig die Atomenergie vorantreibt. China installiert derzeit mehr Kollektorfläche für Sonnennergienutzung als das viel gepriesene Deutschland. Und plant laufend grosse Konferenzen für erneuerbare Energien, wie etwa das "World Renewable Energy Forum", das für Ende Oktober nach Peking einladen wurde. Im Jahre 2007 soll ebenfalls in Peking eine grosse Konferenz zur Nutzung der Sonnenenergie stattfinden, die Olympischen Spiele werden mit grossen Anstrengungen im Bereich der Nutzung alternativer Energien verbunden, die Weltausstellung in Shanghai 2010 schliesslich soll in dieser Beziehung Überraschungen bereit halten. Ach ja – vom Balkon aus meiner neuen Wohnung in Shanghai sind auf Hochhausdächern effektiv Dutzende von Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung zu entdecken. Das Programm läuft also wirklich!
Nicht nur im Lokalen, wo das Umweltbewusstsein der Bevölkerung schnell zu wachsen scheint, geht China hoffnungsvolle Schritte zum Schutz der Umwelt. Soeben wurden – weltweit einmalige – Spritlimiten für Automobile in Kraft gesetzt. Benzinfressende allradgetriebene Ungeheuer dürften im Riesenreich bald der Vergangenheit angehören, wird das per anfangs 2005 in Kraft getretene Gesetz wirklich befolgt. Der WWF hat soeben ein Schulumweltprogramm konzipiert, das alle 200 Millionnen SchülerInnen im Riesenreich in den Schutz der Umwelt einführen soll.
Schliesslich unternimmt China grosse Schritte im Bereich erneuerbarer Energien, wenn auch der Staat gleichzeitig die Atomenergie vorantreibt. China installiert derzeit mehr Kollektorfläche für Sonnennergienutzung als das viel gepriesene Deutschland. Und plant laufend grosse Konferenzen für erneuerbare Energien, wie etwa das "World Renewable Energy Forum", das für Ende Oktober nach Peking einladen wurde. Im Jahre 2007 soll ebenfalls in Peking eine grosse Konferenz zur Nutzung der Sonnenenergie stattfinden, die Olympischen Spiele werden mit grossen Anstrengungen im Bereich der Nutzung alternativer Energien verbunden, die Weltausstellung in Shanghai 2010 schliesslich soll in dieser Beziehung Überraschungen bereit halten. Ach ja – vom Balkon aus meiner neuen Wohnung in Shanghai sind auf Hochhausdächern effektiv Dutzende von Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung zu entdecken. Das Programm läuft also wirklich!
2.1.05
(Finanzen) Der Natur-Aktien-Index NAI im Hoch.
Der Natur-Aktien-Index (NAI) als Maßstab für ökologische Geldanlagen ist zum Jahresende über die Höchstmarke von 3.000 Punkten gestiegen, wie www.sonnenseite.com meldet. Damit hat der Index seit der Gründung im Jahr 1997 um mehr als 200 % zugelegt und konventionelle Aktienindizes wie den DAX oder den Weltindex MSCI weit überholt. Die 25 Aktienwerte im NAI werden vom unabhängigen NAI-Ausschuss nach strengen ethisch-ökologischen Kriterien ausgewählt und minutengenau durch vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH berechnet und im Internet unter www.nai-index.de » und www.finanztreff.de » veröffentlicht. Um die Urheberrechte zum NAI gab es in den letzten Jahren eine erbitterte gerichtliche Auseinandersetzung, die noch nicht definitiv entschieden ist, weshalb neben dem NAI ein weiterer Naturaktienindex am Markt aufgetaucht ist, der Naturaktienindex25, mitinitiert vom Wiener Oekoresearcher Max Deml und dessen Oeko-Invest.
Wie dem auch sei, bezüglich des NAI betont SECURVITA-Sprecher Norbert Schnorbach "Ökologische Investments verbinden gute Renditen und gutes Gewissen. Kein Wunder, dass sie für private Geldanleger und für institutionelle Investoren immer interessante werden". Für Anleger, die von den Auswahlkriterien des NAI profitieren wollen, hat SECURVITA den ethisch-ökologischen Aktienfonds GreenEffects entwickelt (ISIN IE0005895655), der in Fonds-Vergleichen Spitzenwerte unter den ökologischen Aktienfonds erzielt hat. Die 25 Werte im NAI sind nach Branchen und Ländern gestreut. Sie werden vom unabhängigen NAI-Ausschuss überprüft. Darin sind Experten vom Wuppertal-Institut, Südwind, Germanwatch, Katalyse-Institut und natur media vertreten. Der NAI-Ausschuss nutzt das qualifizierte Unternehmensresearch des Instituts Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) in Hannover. Andere Nachhaltigkeits-Indizes mit unpräziseren Kriterien wie etwa der Dow Jones Sustainability Index haben bei weitem nicht so erfolgreich abgeschnitten wie der NAI, betont die Sonnenseite in ihrem Kommentar.
Wie dem auch sei, bezüglich des NAI betont SECURVITA-Sprecher Norbert Schnorbach "Ökologische Investments verbinden gute Renditen und gutes Gewissen. Kein Wunder, dass sie für private Geldanleger und für institutionelle Investoren immer interessante werden". Für Anleger, die von den Auswahlkriterien des NAI profitieren wollen, hat SECURVITA den ethisch-ökologischen Aktienfonds GreenEffects entwickelt (ISIN IE0005895655), der in Fonds-Vergleichen Spitzenwerte unter den ökologischen Aktienfonds erzielt hat. Die 25 Werte im NAI sind nach Branchen und Ländern gestreut. Sie werden vom unabhängigen NAI-Ausschuss überprüft. Darin sind Experten vom Wuppertal-Institut, Südwind, Germanwatch, Katalyse-Institut und natur media vertreten. Der NAI-Ausschuss nutzt das qualifizierte Unternehmensresearch des Instituts Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) in Hannover. Andere Nachhaltigkeits-Indizes mit unpräziseren Kriterien wie etwa der Dow Jones Sustainability Index haben bei weitem nicht so erfolgreich abgeschnitten wie der NAI, betont die Sonnenseite in ihrem Kommentar.
25.12.04
Medien: Das Jahr der Blogs und Wikis
Die Spiegel-Website bringt es auf den Punkt: Das Internet hat im abgelaufenen Jahr Meilensteine in seiner Entwicklung durchlaufen. Nicht etwa technisch, sondern in inhaltlicher Hinsicht. Sowohl Wikis wie Blogs haben sich als Internet-Tools in einer breiteren Öffentlichkeit ihren verdienten Platz erkämpft. Wenn auch die Blogs bei allzu vielen Zeitgenossen noch unbekannt sind.
Deshalb eine kurze Erinnerung: Wikis sind lexigraphische Interneteinträge, die durch die Nutzer laufend ergänzt werden. Das ergibt eine fortdauernde Qualitätskontrolle und Aktualisierung, aber auch eine laufende Auseinandersetzung zwischen den Zuträgern, was die Sache besonders reizvoll macht. Www.wikipedia.de ist das derzeit nahe liegende Beispiel.
Noch wichtiger sind aber die Blogs, die ursprünglich als Webtagebücher bei eingefleischten Netzfans die Runde machten. Unterdessen dienen Blogs als demokratisierter Medienform, die jedem offen steht. Endlich ist das Publizieren nicht mehr von aufwändigen technischen Einrichtungen abhängig, eine Blogsite dank den Gratisangeboten etwa von Google oder Yahoo innert Minutenfrist online geschaltet. Dass sich Blogsites dann noch die gewünschte Aufmerksamkeit erkämpfen müssen, macht die Sache nicht weniger reizvoll.
So bringt es der Spiegel auf einen passenden Nenner: «Blogs und Wikis sind Teil eines allgemeinen Trends zum "social networking" - das Internet wird für soziale Beziehungen ebenso wichtig wie der Freundeskreis, der Arbeitsplatz oder die Nachbarschaft.»
Deshalb eine kurze Erinnerung: Wikis sind lexigraphische Interneteinträge, die durch die Nutzer laufend ergänzt werden. Das ergibt eine fortdauernde Qualitätskontrolle und Aktualisierung, aber auch eine laufende Auseinandersetzung zwischen den Zuträgern, was die Sache besonders reizvoll macht. Www.wikipedia.de ist das derzeit nahe liegende Beispiel.
Noch wichtiger sind aber die Blogs, die ursprünglich als Webtagebücher bei eingefleischten Netzfans die Runde machten. Unterdessen dienen Blogs als demokratisierter Medienform, die jedem offen steht. Endlich ist das Publizieren nicht mehr von aufwändigen technischen Einrichtungen abhängig, eine Blogsite dank den Gratisangeboten etwa von Google oder Yahoo innert Minutenfrist online geschaltet. Dass sich Blogsites dann noch die gewünschte Aufmerksamkeit erkämpfen müssen, macht die Sache nicht weniger reizvoll.
So bringt es der Spiegel auf einen passenden Nenner: «Blogs und Wikis sind Teil eines allgemeinen Trends zum "social networking" - das Internet wird für soziale Beziehungen ebenso wichtig wie der Freundeskreis, der Arbeitsplatz oder die Nachbarschaft.»
14.12.04
Finanzen: (Fürs Erste) miese Empfehlungen.
Mit seltener Offenheit berichtet die Konsumentenzeitschrift Saldo in ihrer neuesten Ausgabe vom 8.12.04 über ihre Anlageempfehlungen. Anfangs Jahr hatte sie vier Banken befragt, wie 50'000 Franken mit einem längeren Anlagehorizont durch eine Person mittleren Alters anzulegen seien. Fast ein Jahr später ein zumindest nach dieser kurzen Zeitspanne betrübliches Fazit: Nur gerade die Berner Kantonalbank kam mit ihrer Empfehlung zu einem halbwegs befriedigenden Ergebnis, deren Rendite beträgt 1,6 Prozent. Raiffeisenbank und Bank Coop bewegen sich im Nullbereich.
Vorderhand den negativen Vogel abgeschossen hat die Credit Suisse. Einem Kleinanleger mit nur grad mal 50'000 Franken empfahl sie anfangs 2004 einen Fonds, der an die Wert- und Dividendenentwicklung von 50 grossen Weltunternehmen gebunden ist. Pech, dass die Aktienmärkte wieder einmal unter den Erwartungen gelaufen sind. Resultieren würde bei Verkauf der Papiere ein Verlust von 3,6 Prozent. Allerdings: Der CS-Fonds ist mit einem Kapitalschutz ausgestattet – die CS garantiert nach sechs Jahren zumindest die Rückzahlung des ganzen investierten Betrags, sollten die Kurse sich dannzumal unter dem Kaufpreis bewegen.
Die Saldoanlageempfehlung war bewusst auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet, und vielleicht wird das Ergebnis dank der Aktien in den jeweiligen Portefeuilles nach ein paar Jahren besser aussehen. Die Erkenntnis bleibt, dass die gängigen Empfehlungen der Banken für KleinanlegerInnen sehr kritisch zu betrachten sind. Wer vor allem eigene Produkte anbietet, wie das alle Beteiligten machten (die Empfehlung der Bank Coop mit Swissca-Produkten sind quasieigene), ist schon mal verdächtig. Besser würden AnlegerInnen fahren, die aus der breiten Palette von Anlageprodukten die jeweils besten angeboten erhielten, also beispielsweise Obligationen- und Aktienfonds verschiedener Gesellschaften.
Vorderhand den negativen Vogel abgeschossen hat die Credit Suisse. Einem Kleinanleger mit nur grad mal 50'000 Franken empfahl sie anfangs 2004 einen Fonds, der an die Wert- und Dividendenentwicklung von 50 grossen Weltunternehmen gebunden ist. Pech, dass die Aktienmärkte wieder einmal unter den Erwartungen gelaufen sind. Resultieren würde bei Verkauf der Papiere ein Verlust von 3,6 Prozent. Allerdings: Der CS-Fonds ist mit einem Kapitalschutz ausgestattet – die CS garantiert nach sechs Jahren zumindest die Rückzahlung des ganzen investierten Betrags, sollten die Kurse sich dannzumal unter dem Kaufpreis bewegen.
Die Saldoanlageempfehlung war bewusst auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet, und vielleicht wird das Ergebnis dank der Aktien in den jeweiligen Portefeuilles nach ein paar Jahren besser aussehen. Die Erkenntnis bleibt, dass die gängigen Empfehlungen der Banken für KleinanlegerInnen sehr kritisch zu betrachten sind. Wer vor allem eigene Produkte anbietet, wie das alle Beteiligten machten (die Empfehlung der Bank Coop mit Swissca-Produkten sind quasieigene), ist schon mal verdächtig. Besser würden AnlegerInnen fahren, die aus der breiten Palette von Anlageprodukten die jeweils besten angeboten erhielten, also beispielsweise Obligationen- und Aktienfonds verschiedener Gesellschaften.
9.12.04
(Finanzen) Fondssparpläne auf nachhaltige Anlagen
Das Angebot an Fondssparplänen ist hierzulande noch immer schmal. Zwar bieten die meisten Finanzinstitute dieses besonders für Kleinanleger zu empfehlende Vehikel an. Doch ist dann jeweils nur eine Anlage in den Fonds des betreffenden Instituts möglich. Löbliche Ausnahme ist die Post mit den rund 30 angebotenen Fonds verschiedener Gesellschaften.
Aber auch bei den Angeboten mit Fonds aus dem eigenen Haus gibt es markante Unterschiede. Die UBS bietet beispielsweise – ganz im Gegensatz zu ihrer grossen Konkurrentin CS – alle ihre eigenen (rund 160) Fonds als Bausteine für Fondssparpläne an. Mit solcher Breite kann es neuerdings auch die Raiffeisengruppe aufnehmen. Fast alle ihre (rund 20) Fonds sind als Sparplanbausteine verfügbar. Besonders interessant: auch die auf nachhaltige Anlagen ausgerichtete Gruppe der Futura-Fonds gehört dazu. Der Futura Swiss Stock (Fonds nachhaltiger Schweizer Aktien mit der Valorennummer 1'198’098) ist seit mehr als einem Jahr der erfolgreichste seiner Klasse und damit ein guter Einstiegskandidat.
Noch einige Bemerkungen zu den Vorteilen von Fondssparplänen:
- Ein Einstieg in den Sparprozess ist jederzeit möglich, ebenso dessen Unterbruch oder eine Beendigung. Auch ist es möglich, die Fonds zu wechseln.
- Fondssparpläne ermöglichen regelmässiges Sparen mit kleinen Beträgen, meist ab 50 (bei Raiffeisen) oder 100 (bei Postfinance) CHF pro Monat.
- Ist der Sparplan einmal errichtet, braucht man/frau sich bei einem Dauerauftrag um nichts mehr zu kümmern, auch die aktuelle Lage an den Aktienmärkten spielt keine Rolle.
- Trotz des etwa im Gegensatz zu Deutschland beschränkten Angebots ist es möglich, an der Entwicklung vieler Märkten, etwa von bestimmten Regionen oder Branchen, teilzuhaben.
- Das regelmässige Sparen mit immer gleichen Beträgen bringt in der Regel einen Renditevorteil. Denn immer bei tiefen Preisen der Fondsanteile werden mehr, bei hohen Preisen weniger erworben (sogenannter Cost Average Effect).
Die Raiffeisengruppe hat anlässlich der Lancierung eine informative Broschüre zu Fondssparplänen («Starten Sie zum Fondssparen») publiziert, sie ist auch als pdf-Datei erhältlich unter www.raiffeisen.ch.
Aber auch bei den Angeboten mit Fonds aus dem eigenen Haus gibt es markante Unterschiede. Die UBS bietet beispielsweise – ganz im Gegensatz zu ihrer grossen Konkurrentin CS – alle ihre eigenen (rund 160) Fonds als Bausteine für Fondssparpläne an. Mit solcher Breite kann es neuerdings auch die Raiffeisengruppe aufnehmen. Fast alle ihre (rund 20) Fonds sind als Sparplanbausteine verfügbar. Besonders interessant: auch die auf nachhaltige Anlagen ausgerichtete Gruppe der Futura-Fonds gehört dazu. Der Futura Swiss Stock (Fonds nachhaltiger Schweizer Aktien mit der Valorennummer 1'198’098) ist seit mehr als einem Jahr der erfolgreichste seiner Klasse und damit ein guter Einstiegskandidat.
Noch einige Bemerkungen zu den Vorteilen von Fondssparplänen:
- Ein Einstieg in den Sparprozess ist jederzeit möglich, ebenso dessen Unterbruch oder eine Beendigung. Auch ist es möglich, die Fonds zu wechseln.
- Fondssparpläne ermöglichen regelmässiges Sparen mit kleinen Beträgen, meist ab 50 (bei Raiffeisen) oder 100 (bei Postfinance) CHF pro Monat.
- Ist der Sparplan einmal errichtet, braucht man/frau sich bei einem Dauerauftrag um nichts mehr zu kümmern, auch die aktuelle Lage an den Aktienmärkten spielt keine Rolle.
- Trotz des etwa im Gegensatz zu Deutschland beschränkten Angebots ist es möglich, an der Entwicklung vieler Märkten, etwa von bestimmten Regionen oder Branchen, teilzuhaben.
- Das regelmässige Sparen mit immer gleichen Beträgen bringt in der Regel einen Renditevorteil. Denn immer bei tiefen Preisen der Fondsanteile werden mehr, bei hohen Preisen weniger erworben (sogenannter Cost Average Effect).
Die Raiffeisengruppe hat anlässlich der Lancierung eine informative Broschüre zu Fondssparplänen («Starten Sie zum Fondssparen») publiziert, sie ist auch als pdf-Datei erhältlich unter www.raiffeisen.ch.
4.12.04
(Umwelt) Bhopal nicht vergessen
«Es war einer der größten Chemieunfälle der Weltgeschichte: Vor genau 20 Jahren breitete sich nach einer Explosion in einer Pflanzengift-Fabrik eine riesige Gaswolke über der indischen Großstadt Bhopal aus.» So beginnt die eindrückliche Zusammenfassung des Ereignisses auf www.spiegel.de. Und ähnlich tönen all die Berichte, die derzeit an die Tragödie von Bhopal erinnern.
Seltsam – wo sonst Medienmacht in den vergangenen Jahren viel bewirkt hat, blieb ihre Wirkung bei der Katastrophe in Indien weitgehend aus. Seveso und Schweizerhalle bei Basel sind Mahnmal für die Schweizer Chemie, Tschernobyl hat der Atomkraft den Saft genommen. Doch Bhopal verhallte weitgehend ungehört, obwohl vor allem indische AktivistInnen nach wie vor für eine Aufarbeitung und weiter gehende Entschädigung kämpfen..
Dow Chemical übernahm den Verursacher des Unglücks, Union Carbide, 2001. Während aber ABB heute an den Folgen einer umweltbelasteten Übernahme leidet (Asbestfolgen und Schadenersatzprozesse in den USA), hat DC vorerst den Kopf aus der Schlinge gezogen. Mit der früheren Zahlung von 470 Millionen Dollar soll Union Carbide ihre Schuldigkeit getan haben. Und was macht DC heute sonst noch? Auf der Website (www.dow.com) steht dazu:
«Dow is committed to operating in a legal and ethically responsible manner. The Ethics and Compliance program at Dow provides a framework that supports Dow's Values, which provide the operational foundation for how we conduct our business around the world. Further detail on our policies and practices can be found at our Ethics web site.» Hohe ethische Prinzipien sollen es also sein, die das Handeln des Konzerns bestimmen. Rund um die Uhr bietet der Konzern einen heissen Draht für ethische Fragen an. Bleibt zu hoffen, dass er nicht nur in diesen Tagen intensiv genutzt wird.
Das Ganze ereignete sich in Indien. Und Globalisierung hin oder her: Was in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt geschieht, ist weit weg von uns, betrifft angesichts des auch sonst dort vorherrschenden Elends kaum und lässt nicht zuletzt die wirtschaftlich Verantwortlichen kalt. Auch bietet sich das Chemieunternehmen Dow Chemical weniger für KonsumentInnenboykotte an, denn mit der Produktion von Zwischenprodukten bleibt die Firma weitgehend unfassbar. Das Gefasel von Reputation Management erleidet in diesem Fall zumindest Schiffbruch. Je länger sich Dow Chemical der Verantwortung verweigert, um so mehr droht dem Konzern aber dereinst eine unkontrollierbare Imageimplosion, mit ähnlich verheerenden Folgen wie die Katastrophe von Bhopal selbst.
Seltsam – wo sonst Medienmacht in den vergangenen Jahren viel bewirkt hat, blieb ihre Wirkung bei der Katastrophe in Indien weitgehend aus. Seveso und Schweizerhalle bei Basel sind Mahnmal für die Schweizer Chemie, Tschernobyl hat der Atomkraft den Saft genommen. Doch Bhopal verhallte weitgehend ungehört, obwohl vor allem indische AktivistInnen nach wie vor für eine Aufarbeitung und weiter gehende Entschädigung kämpfen..
Dow Chemical übernahm den Verursacher des Unglücks, Union Carbide, 2001. Während aber ABB heute an den Folgen einer umweltbelasteten Übernahme leidet (Asbestfolgen und Schadenersatzprozesse in den USA), hat DC vorerst den Kopf aus der Schlinge gezogen. Mit der früheren Zahlung von 470 Millionen Dollar soll Union Carbide ihre Schuldigkeit getan haben. Und was macht DC heute sonst noch? Auf der Website (www.dow.com) steht dazu:
«Dow is committed to operating in a legal and ethically responsible manner. The Ethics and Compliance program at Dow provides a framework that supports Dow's Values, which provide the operational foundation for how we conduct our business around the world. Further detail on our policies and practices can be found at our Ethics web site.» Hohe ethische Prinzipien sollen es also sein, die das Handeln des Konzerns bestimmen. Rund um die Uhr bietet der Konzern einen heissen Draht für ethische Fragen an. Bleibt zu hoffen, dass er nicht nur in diesen Tagen intensiv genutzt wird.
Das Ganze ereignete sich in Indien. Und Globalisierung hin oder her: Was in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt geschieht, ist weit weg von uns, betrifft angesichts des auch sonst dort vorherrschenden Elends kaum und lässt nicht zuletzt die wirtschaftlich Verantwortlichen kalt. Auch bietet sich das Chemieunternehmen Dow Chemical weniger für KonsumentInnenboykotte an, denn mit der Produktion von Zwischenprodukten bleibt die Firma weitgehend unfassbar. Das Gefasel von Reputation Management erleidet in diesem Fall zumindest Schiffbruch. Je länger sich Dow Chemical der Verantwortung verweigert, um so mehr droht dem Konzern aber dereinst eine unkontrollierbare Imageimplosion, mit ähnlich verheerenden Folgen wie die Katastrophe von Bhopal selbst.
26.11.04
(Finanzen) Gibt es transparente Konzerne?
Wohl kaum, doch soll sich das ändern. Immer mehr Rating-Agenturen nehmen sich der Dinosaurier der Wirtschaftswelt an. Gilt die Theorie, diese Dinos verschwänden wie im richtigen Leben sowieso bald, da wegen ihrer Grösse zu unflexibel und nicht überlebensfähig, wären viele Probleme auf der Welt gelöst. Doch bis es soweit ist, müssen wir uns noch eine Weile mit der Realität wirtschaftlich enormer Machtballungen herumschlagen.
Solche Realität bedeutet: Weiter wachsende multinationale Unternehmen! Ihre Wirtschaftsleistung übertrifft unterdessen nicht nur jene von unterentwickelten Staaten in Afrika, sondern munter auch schon die von fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie beispielsweise Schweden – oder bald auch der Schweiz.
Ein erster Schritt zur Annäherung ans unheimliche Phänomen ist Transparenz, wie eine Veranstaltung der Agentur inrate kürzlich in Zürich aufzeigte. Öffentlicher Druck wider die umwelt- und sozialschädlichen Auswirkungen dieser Firmen hat in den vergangenen Jahren so einiges bewirkt. Der Schuh- und Sportmodekonzern Adidas unterzeichnete beispielsweise einen Kodex gegen Kinderarbeit und weitere sozialschädliche Geschäftspraxis. Andere Hersteller kommen unter Druck, vor allem wenn die Konsumenten um die Unterschiede wissen. Und dazu braucht es Transparenz.
Hierzulande haben sich etwa die Grossverteiler Migros und Coop zu solchen Anliegen bekannt, aber auch der weltweit zweitgrösste Zementkonzern Holcim, die frühere Holderbank. In Einzelfällen ist es möglich, Transparenz durch das Investitionsverhalten zu honorieren – bei Genossenschaften bleibt das naturgemäss verwehrt. Solch nachhaltiges Investment ist zwar noch ein Nischenverhalten, aber immer mehr Möglichkeiten sind vorhanden. Und mit den grösseren Möglichkeiten wächst der Einfluss solchen Verhaltens. Das machte auch eine Tagung der Alternativen Bank Schweiz klar. Dort wurde allerdings die Wirksamkeit nachhaltiger Investitionen stark angezweifelt. Noch bleibt in der Frage der Transparenz als Grundlage nachhaltigen Investierens viel zu tun.
Solche Realität bedeutet: Weiter wachsende multinationale Unternehmen! Ihre Wirtschaftsleistung übertrifft unterdessen nicht nur jene von unterentwickelten Staaten in Afrika, sondern munter auch schon die von fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie beispielsweise Schweden – oder bald auch der Schweiz.
Ein erster Schritt zur Annäherung ans unheimliche Phänomen ist Transparenz, wie eine Veranstaltung der Agentur inrate kürzlich in Zürich aufzeigte. Öffentlicher Druck wider die umwelt- und sozialschädlichen Auswirkungen dieser Firmen hat in den vergangenen Jahren so einiges bewirkt. Der Schuh- und Sportmodekonzern Adidas unterzeichnete beispielsweise einen Kodex gegen Kinderarbeit und weitere sozialschädliche Geschäftspraxis. Andere Hersteller kommen unter Druck, vor allem wenn die Konsumenten um die Unterschiede wissen. Und dazu braucht es Transparenz.
Hierzulande haben sich etwa die Grossverteiler Migros und Coop zu solchen Anliegen bekannt, aber auch der weltweit zweitgrösste Zementkonzern Holcim, die frühere Holderbank. In Einzelfällen ist es möglich, Transparenz durch das Investitionsverhalten zu honorieren – bei Genossenschaften bleibt das naturgemäss verwehrt. Solch nachhaltiges Investment ist zwar noch ein Nischenverhalten, aber immer mehr Möglichkeiten sind vorhanden. Und mit den grösseren Möglichkeiten wächst der Einfluss solchen Verhaltens. Das machte auch eine Tagung der Alternativen Bank Schweiz klar. Dort wurde allerdings die Wirksamkeit nachhaltiger Investitionen stark angezweifelt. Noch bleibt in der Frage der Transparenz als Grundlage nachhaltigen Investierens viel zu tun.
21.11.04
(Finanzen) Hedge Funds definitiv Nein Danke!
Die Kritik an den undurchschaubaren Finanzvehikeln ist am Wachsen. Der US-Anlageguru Burton Malkiel – unter anderem Verfasser des berühmten Finanzbuchs «A Random Walk down Wallstreet» - rechnet jetzt mit den Hedge Funds ab. Der Tages-Anzeiger bringt im Akonto vom 19.11.04 (mit der irrtümlichen Datumszeile 8.Oktober 2004!) einen Hinweis auf die neueste Studie von Malkiel. Danach wird die Performance der Hedge Funds regelmässig über- und deren Risiko ebenso regelmässig unterschätzt.
Die Abweichungen sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Indizes für Hedge Funds mitnichten ein getreues Abbild des gesamten Marktgeschehens sind. Wenig erfolgreiche Hedge Funds finden gar nicht Eingang in diese Massstäbe für den Erfolg an den Finanzmärkten. Viele weitere fallen wegen Misserfolg nach kurzer Zeit auch wieder raus. So existieren nach Malkiels Studie von 604 Hedge Funds, die 1996 in verschiedenen Indizes vertreten waren, aktuell nur noch deren 124.
Malkiel und sein Mitautor Atanu Saha haben die Performance der Hedge Funds um diese Verzerrungen bereinigt gemessen, kommen dabei zu einem Durchschnittswert von um die 9 Prozent und damit zu einem mit den Aktienmärkten vergleichbaren Wert. Von Dachfonds für diesen Finanzmarktbereich wird abgeraten, da deren zusätzliche Kosten den Ertrag erst recht sogar unter den Durchschnitt drücken.
Die Abweichungen sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Indizes für Hedge Funds mitnichten ein getreues Abbild des gesamten Marktgeschehens sind. Wenig erfolgreiche Hedge Funds finden gar nicht Eingang in diese Massstäbe für den Erfolg an den Finanzmärkten. Viele weitere fallen wegen Misserfolg nach kurzer Zeit auch wieder raus. So existieren nach Malkiels Studie von 604 Hedge Funds, die 1996 in verschiedenen Indizes vertreten waren, aktuell nur noch deren 124.
Malkiel und sein Mitautor Atanu Saha haben die Performance der Hedge Funds um diese Verzerrungen bereinigt gemessen, kommen dabei zu einem Durchschnittswert von um die 9 Prozent und damit zu einem mit den Aktienmärkten vergleichbaren Wert. Von Dachfonds für diesen Finanzmarktbereich wird abgeraten, da deren zusätzliche Kosten den Ertrag erst recht sogar unter den Durchschnitt drücken.
17.11.04
(Umwelt) Photovoltaik-Vision für 2030
Die EU-Kommission hatte 2003 einen wissenschaftlichen Beirat berufen, der einen Report erstellen soll über die Photovoltaik-Entwicklung bis 2030. Ein Vorbericht wurde in diesem Herbst in Brüssel diskutiert. Das Fazit: Weltweit können bis 2030 etwa vier Prozent des Strombedarfs durch PV-Anlagen erzeugt werden. In Europa wird die Kilowattstunde Solarstrom dann zwischen 5 und 12 Cent kosten. Das wäre gegenüber heute eine Kostenreduktion von etwa 1:5 bis 1:10, wie die «Sonnenseite» des deutschen Journalisten und Umweltexperten Franz Alt berichtet (www.sonnenseite.com).
Die Fachleute sind sich demnach auch einig: Wenn der Preis für Photovoltaik in etwa 25 Jahren so günstig sein wird, beginnt danach erst richtig der weltweite Aufschwung der Photovoltaikbranche. Der wissenschaftliche Beirat ist mehrheitlich der Auffassung, dass eine Einspeisevergütung wie im Deutschen Erneuerbaren Energiengesetz das effektivste politische Instrument ist, dem Solarstrom zum Durchbruch zu verhelfen.
In der Schweiz warten wir dagegen immer noch auf eine solche gesetzliche Unterstützung – hingegen erweisen sich die Solarstrombörsen der Kommunen als hilfreich. Denn sie garantieren den Produzenten kostendeckende Preise und animieren zu weiteren Investitionen.
Die Fachleute sind sich demnach auch einig: Wenn der Preis für Photovoltaik in etwa 25 Jahren so günstig sein wird, beginnt danach erst richtig der weltweite Aufschwung der Photovoltaikbranche. Der wissenschaftliche Beirat ist mehrheitlich der Auffassung, dass eine Einspeisevergütung wie im Deutschen Erneuerbaren Energiengesetz das effektivste politische Instrument ist, dem Solarstrom zum Durchbruch zu verhelfen.
In der Schweiz warten wir dagegen immer noch auf eine solche gesetzliche Unterstützung – hingegen erweisen sich die Solarstrombörsen der Kommunen als hilfreich. Denn sie garantieren den Produzenten kostendeckende Preise und animieren zu weiteren Investitionen.
14.11.04
(Finanzen) Aufstrebende Märkte
Gleich über eine ganze Zahl aufstrebender Märkte berichtet die Finanzpresse an diesem Tage in ausführlichen Analysen. Russland hat gemäss NZZ vom Wochenende 13./14.11. unter Präsident Putin in den vergangenen Jahren eine erstaunliche wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht. In den Jahren zuvor hatte es mit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion vor allem nur Chaos und Abbau gegeben. Doch dann halfen institutionelle Reformen und sicher auch die Erholung des Ölpreises zu einem Aufschwung mit Tigerdimensionen. Seit rund einem Jahr will es aber nicht mehr so richtig weiter gehen. Das zeigt auch das Börsenbarometer an. Zuvor war der russische Index teils um 100 Prozent jährlich gestiegen, nunmehr ist eine Seitwärtsbewegung unverkennbar. Dies allein mag eine erwünschte Verschnaufpause darstellen, die Probleme im politökonomischen Bereich des Riesenlandes sind dennoch gravierend. Und so fragt sich die NZZ wohl zurecht, ob der Schritt zu einem freiheitlicheren Wirtschaftssystem unter Putin nicht vorerst zum Stillstand gekommen sei.
Andere Aussichten gibt es in Ländern des Südens, die bislang als Problemfälle galten. Die Philippinen haben ebenfalls laut NZZ nach dem überzeugenden Wahlsieg der bisherigen Präsidentin eine stabilere Phase vor sich, die eine effektive Bekämpfung der Korruption, nachhaltige Infrastrukturinvestitionen sowie den Abbau der gravierenden Verschuldung erlauben. Das wunderschöne Land in Südostasien könnte bei einer Beruhigung der politischen Verhältnisse auch vom Aufschwung des Tourismus profitieren, der im Vergleich zu Malaysia und Thailand trotz ähnlicher Voraussetzungen noch immer ein kümmerliches Dasein fristet.
Die Zürcher Kantonalbank schliesslich weist in ihrem neuesten Überblick zu internationalen Anlagen auf die gewachsene Stabilität in Lateinamerika hin. Das ist insofern bemerkenswert, als viele lateinamerikanische Länder unterdessen zwar moderate, aber doch deutlich links orientierte Regierungen haben. Diese versprechen offenbar eine glaubwürdigere politische Perspektive als die abgewirtschafteten Rechtsregimes der letzten beiden Jahrzehnte. Gepaart mit einem flexibleren Wechselkursregime verspricht sich die ZKB für die Region eine anhaltende Prosperität, die sich auch für ausländische Investments auszahlen wird. Wie sich die Zeiten ändern!
Andere Aussichten gibt es in Ländern des Südens, die bislang als Problemfälle galten. Die Philippinen haben ebenfalls laut NZZ nach dem überzeugenden Wahlsieg der bisherigen Präsidentin eine stabilere Phase vor sich, die eine effektive Bekämpfung der Korruption, nachhaltige Infrastrukturinvestitionen sowie den Abbau der gravierenden Verschuldung erlauben. Das wunderschöne Land in Südostasien könnte bei einer Beruhigung der politischen Verhältnisse auch vom Aufschwung des Tourismus profitieren, der im Vergleich zu Malaysia und Thailand trotz ähnlicher Voraussetzungen noch immer ein kümmerliches Dasein fristet.
Die Zürcher Kantonalbank schliesslich weist in ihrem neuesten Überblick zu internationalen Anlagen auf die gewachsene Stabilität in Lateinamerika hin. Das ist insofern bemerkenswert, als viele lateinamerikanische Länder unterdessen zwar moderate, aber doch deutlich links orientierte Regierungen haben. Diese versprechen offenbar eine glaubwürdigere politische Perspektive als die abgewirtschafteten Rechtsregimes der letzten beiden Jahrzehnte. Gepaart mit einem flexibleren Wechselkursregime verspricht sich die ZKB für die Region eine anhaltende Prosperität, die sich auch für ausländische Investments auszahlen wird. Wie sich die Zeiten ändern!
(Finanzen) Aufstrebende Märkte
Gleich über eine ganze Zahl aufstrebender Märkte berichtet die Finanzpresse an diesem Tage in ausführlichen Analysen. Russland hat gemäss NZZ vom Wochenende 13./14.11. unter Präsident Putin in den vergangenen Jahren eine erstaunliche wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht. In den Jahren zuvor hatte es mit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion vor allem nur Chaos und Abbau gegeben. Doch dann halfen institutionelle Reformen und sicher auch die Erholung des Ölpreises zu einem Aufschwung mit Tigerdimensionen. Seit rund einem Jahr will es aber nicht mehr so richtig weiter gehen. Das zeigt auch das Börsenbarometer an. Zuvor war der russische Index teils um 100 Prozent jährlich gestiegen, nunmehr ist eine Seitwärtsbewegung unverkennbar. Dies allein mag eine erwünschte Verschnaufpause darstellen, die Probleme im politökonomischen Bereich des Riesenlandes sind dennoch gravierend. Und so fragt sich die NZZ wohl zurecht, ob der Schritt zu einem freiheitlicheren Wirtschaftssystem unter Putin nicht vorerst zum Stillstand gekommen sei.
Andere Aussichten gibt es in Ländern des Südens, die bislang als Problemfälle galten. Die Philippinen haben ebenfalls laut NZZ nach dem überzeugenden Wahlsieg der bisherigen Präsidentin eine stabilere Phase vor sich, die eine effektive Bekämpfung der Korruption, nachhaltige Infrastrukturinvestitionen sowie den Abbau der gravierenden Verschuldung erlauben. Das wunderschöne Land in Südostasien könnte bei einer Beruhigung der politischen Verhältnisse auch vom Aufschwung des Tourismus profitieren, der im Vergleich zu Malaysia und Thailand trotz ähnlicher Voraussetzungen noch immer ein kümmerliches Dasein fristet.
Die Zürcher Kantonalbank schliesslich weist in ihrem neuesten Überblick zu internationalen Anlagen auf die gewachsene Stabilität in Lateinamerika hin. Das ist insofern bemerkenswert, als viele lateinamerikanische Länder unterdessen zwar moderate, aber doch deutlich links orientierte Regierungen haben. Diese versprechen offenbar eine glaubwürdigere politische Perspektive als die abgewirtschafteten Rechtsregimes der letzten beiden Jahrzehnte. Gepaart mit einem flexibleren Wechselkursregime verspricht sich die ZKB für die Region eine anhaltende Prosperität, die sich auch für ausländische Investments auszahlen wird. Wie sich die Zeiten ändern!
Andere Aussichten gibt es in Ländern des Südens, die bislang als Problemfälle galten. Die Philippinen haben ebenfalls laut NZZ nach dem überzeugenden Wahlsieg der bisherigen Präsidentin eine stabilere Phase vor sich, die eine effektive Bekämpfung der Korruption, nachhaltige Infrastrukturinvestitionen sowie den Abbau der gravierenden Verschuldung erlauben. Das wunderschöne Land in Südostasien könnte bei einer Beruhigung der politischen Verhältnisse auch vom Aufschwung des Tourismus profitieren, der im Vergleich zu Malaysia und Thailand trotz ähnlicher Voraussetzungen noch immer ein kümmerliches Dasein fristet.
Die Zürcher Kantonalbank schliesslich weist in ihrem neuesten Überblick zu internationalen Anlagen auf die gewachsene Stabilität in Lateinamerika hin. Das ist insofern bemerkenswert, als viele lateinamerikanische Länder unterdessen zwar moderate, aber doch deutlich links orientierte Regierungen haben. Diese versprechen offenbar eine glaubwürdigere politische Perspektive als die abgewirtschafteten Rechtsregimes der letzten beiden Jahrzehnte. Gepaart mit einem flexibleren Wechselkursregime verspricht sich die ZKB für die Region eine anhaltende Prosperität, die sich auch für ausländische Investments auszahlen wird. Wie sich die Zeiten ändern!
8.11.04
(Finanzen) Unsicherheit nach den Wahlen
Die US-Präsidentenwahl ist entschieden. Unter Börsianern kommt Erleichterung auf, denn Unsicherheit ist Gift für die Börse, da war ein klares Ergebnis mit Bush als Sieger willkommener. Womit sich einmal mehr zeigt, wie die Vertreter der Finanzindustrie einem kurzfristigen Denken verpflichtet sind. Die Kommentare lassen eine langfristige Sicht vermissen.
Nun sei hier nicht die Behauptung in die Welt gesetzt, mit Kerry wäre an den Börsen alles besser und die Krise der letzten Jahre endgültig ausgesessen. Es ist das Schicksal des Börsengeschehens, dass es von stetem Auf und Ab geprägt ist – woran auch ein demokratischer Präsident nichts ändern würde. Immerhin seien aber ein paar Tatsachen in Erinnerung gerufen. So waren die Finanzmärkte unter Präsident Clinton ausserordentlich erfolgreich – Clinton kann man allenfalls vorwerfen, die Marktkräfte zu sehr entfesselt und damit den folgenden Absturz ab März 2001 verstärkt zu haben. Zudem hat Wallstreet trotz politischer Distanz mehr meist von demokratischen Führern als von Republikanern profitiert.
Doch ein anderes Argument ist wichtiger. Die Wirtschaft steht in einer globalisierten Welt vor grossen Herausforderungen. Weit entwickelte Volkswirtschaften wie jene der USA werden sich auf hohem Niveau nur halten können, wenn sie sich für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise entscheiden. Das bedeutet unter anderem hohe Investitionen in die Ausbildung breiter Bevölkerungskreise – und zwar dauernd. Es bedeutet auch eine Lösung der Energiefrage, die kaum von der bisherigen und neuen Administration zu erwarten ist. Bush setzt nicht nur im Inland auf das Öl als ewige Energiequelle. Er belegt die ganze Welt diesem Ölregime, indem er alle politischen Entscheide – beispielsweise den US-Krieg in Irak – diesem Regime unterordnet.
Nicht nur Unsicherheit also, sondern vor allem der Sieg von Bush wird langfristig die wichtigste Ökonomie der Welt ins Abseits führen, Budgetdefizite, soziale Ungleichheiten und vieles mehr wären anzufügen. Schlechte Aussichten für die Börse also, auch wenn es in kurzfristiger Euphorie nach einem Bush-Bonus aussieht. Aber eben, die Börsianer denken kaum weiter.
Nun sei hier nicht die Behauptung in die Welt gesetzt, mit Kerry wäre an den Börsen alles besser und die Krise der letzten Jahre endgültig ausgesessen. Es ist das Schicksal des Börsengeschehens, dass es von stetem Auf und Ab geprägt ist – woran auch ein demokratischer Präsident nichts ändern würde. Immerhin seien aber ein paar Tatsachen in Erinnerung gerufen. So waren die Finanzmärkte unter Präsident Clinton ausserordentlich erfolgreich – Clinton kann man allenfalls vorwerfen, die Marktkräfte zu sehr entfesselt und damit den folgenden Absturz ab März 2001 verstärkt zu haben. Zudem hat Wallstreet trotz politischer Distanz mehr meist von demokratischen Führern als von Republikanern profitiert.
Doch ein anderes Argument ist wichtiger. Die Wirtschaft steht in einer globalisierten Welt vor grossen Herausforderungen. Weit entwickelte Volkswirtschaften wie jene der USA werden sich auf hohem Niveau nur halten können, wenn sie sich für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise entscheiden. Das bedeutet unter anderem hohe Investitionen in die Ausbildung breiter Bevölkerungskreise – und zwar dauernd. Es bedeutet auch eine Lösung der Energiefrage, die kaum von der bisherigen und neuen Administration zu erwarten ist. Bush setzt nicht nur im Inland auf das Öl als ewige Energiequelle. Er belegt die ganze Welt diesem Ölregime, indem er alle politischen Entscheide – beispielsweise den US-Krieg in Irak – diesem Regime unterordnet.
Nicht nur Unsicherheit also, sondern vor allem der Sieg von Bush wird langfristig die wichtigste Ökonomie der Welt ins Abseits führen, Budgetdefizite, soziale Ungleichheiten und vieles mehr wären anzufügen. Schlechte Aussichten für die Börse also, auch wenn es in kurzfristiger Euphorie nach einem Bush-Bonus aussieht. Aber eben, die Börsianer denken kaum weiter.
6.11.04
(Medien) Trost von Michael Moore
17 Gründe führt der amerikanische Dokumentarfilmer an, warum wir nach Bushs Sieg nicht verzweifeln sollten. Zu finden auf Moores Website www.michaelmoore.com (einfach auf den Titel klicken). Er hatte sich vehement für den demokratischen Kandidaten eingesetzt und alles versucht. Erreicht hat er immer hin, dass es dieses Mal bei den Wahlen mit rechten Dingen zugegangen zu sein scheint.
Und im alten Europa müssen wir nicht ganz verzweifeln, weil es auch in den USA weiterhin Leute geben wird, die Bush auf die Finger schauen. Dazu gehört weiterhin Moore. Zu seinen Gründen nicht zu verzweifeln gehört das Argument, dass Bush seit 88 Jahren der am schlechtesten wiedergewählte Präsident der USA ist. Allerdings, da gab es ja noch einige wie der Vater Bushs, die sogar abgewählt wurden.
Es waren im Übrigen einzig die Jungen als homogene Gruppe, die für Kerry votierten, sonst entschieden sich offenbar in der Interpretation von Moore alle für den anderen. Dann hoffen wir mal, dass in vier Jahren ein Demokrat oder noch besser eine Demokratin nicht nur deshalb das Rennen macht, weil das Desaster unter Bush nur noch grösser geworden ist.
Und im alten Europa müssen wir nicht ganz verzweifeln, weil es auch in den USA weiterhin Leute geben wird, die Bush auf die Finger schauen. Dazu gehört weiterhin Moore. Zu seinen Gründen nicht zu verzweifeln gehört das Argument, dass Bush seit 88 Jahren der am schlechtesten wiedergewählte Präsident der USA ist. Allerdings, da gab es ja noch einige wie der Vater Bushs, die sogar abgewählt wurden.
Es waren im Übrigen einzig die Jungen als homogene Gruppe, die für Kerry votierten, sonst entschieden sich offenbar in der Interpretation von Moore alle für den anderen. Dann hoffen wir mal, dass in vier Jahren ein Demokrat oder noch besser eine Demokratin nicht nur deshalb das Rennen macht, weil das Desaster unter Bush nur noch grösser geworden ist.
2.11.04
(Finanzen) Rohstoffe sind der Renner
Immer wieder China sorgt für die entsprechende Schlagzeile: Die Nachfrage aus dem Riesenreich nach Commodities wächst mit Riesenschritten und erklärt die endlosen Preissteigerungen. Nicht nur der Ölpreis kennt in den letzten Monaten einzig die Richtung nach oben.
Da konnte man schon Wetten abschliessen, dass die Fondsindustrie geweckt und neue Rohstofffonds lanciert würden. So geschehen seitens der fusionierten Westschweizer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch, die soeben einen Multifonds Commodities vorstellt. Also wird auch hier wieder bereits auf einen bereits ausgereizten Trends gesetzt, der dem Neuanleger nur einen Absturz bescheren kann? Wohl eher nicht, denn die Sache mit China ist wirklich beeindruckend – und andere Staaten sind derzeit am Nachziehen. Wenn auch ein Einstieg wie stets in Schritten zu bevorzugen ist.
Eine andere Frage stellt sich hingegen: Wie weit ist es sinnvoll, in einen solchen Dachfonds zu investieren? Warum das Geld nicht einfach direkt in die zugrunde liegenden Fonds anlegen? Und damit auf jeden Fall Gebühren sparen, die trotz der Mulitstruktur mit einer voraussichtlichen TER (siehe Beitrag vom 27.10.04) von bis zu 2,5 nicht allzu hoch liegen werden. Möglich ist das, weil die Fonds, in die der LODH Multifonds Commodities investiert, in Form einen Teil ihrer Gebühren zurück vergüten.
Wenn dem wirklich so ist - was zu verfolgen bleibt - bietet der Rohstofffonds vor allem für jene eine Investitionsgelegenheit, die sich mit dem Thema nicht näher befassen mögen und auch wenig Geld anzulegen bereit sind. Warum aber Institutionelle vom Angebot Gebrauch machen sollen, ist nicht einzusehen. Und noch ein Vorteil des Fonds: Er investiert auch in Futures, derzeit aber nur zu rund einem Fünftel. Immerhin profitiert die Anlegerschaft so von einem Instrument, das anderweitig schwierig zugänglich wäre und erzielt einen zusätzlichen Diversifikationseffekt.
Da konnte man schon Wetten abschliessen, dass die Fondsindustrie geweckt und neue Rohstofffonds lanciert würden. So geschehen seitens der fusionierten Westschweizer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch, die soeben einen Multifonds Commodities vorstellt. Also wird auch hier wieder bereits auf einen bereits ausgereizten Trends gesetzt, der dem Neuanleger nur einen Absturz bescheren kann? Wohl eher nicht, denn die Sache mit China ist wirklich beeindruckend – und andere Staaten sind derzeit am Nachziehen. Wenn auch ein Einstieg wie stets in Schritten zu bevorzugen ist.
Eine andere Frage stellt sich hingegen: Wie weit ist es sinnvoll, in einen solchen Dachfonds zu investieren? Warum das Geld nicht einfach direkt in die zugrunde liegenden Fonds anlegen? Und damit auf jeden Fall Gebühren sparen, die trotz der Mulitstruktur mit einer voraussichtlichen TER (siehe Beitrag vom 27.10.04) von bis zu 2,5 nicht allzu hoch liegen werden. Möglich ist das, weil die Fonds, in die der LODH Multifonds Commodities investiert, in Form einen Teil ihrer Gebühren zurück vergüten.
Wenn dem wirklich so ist - was zu verfolgen bleibt - bietet der Rohstofffonds vor allem für jene eine Investitionsgelegenheit, die sich mit dem Thema nicht näher befassen mögen und auch wenig Geld anzulegen bereit sind. Warum aber Institutionelle vom Angebot Gebrauch machen sollen, ist nicht einzusehen. Und noch ein Vorteil des Fonds: Er investiert auch in Futures, derzeit aber nur zu rund einem Fünftel. Immerhin profitiert die Anlegerschaft so von einem Instrument, das anderweitig schwierig zugänglich wäre und erzielt einen zusätzlichen Diversifikationseffekt.
Abonnieren
Posts (Atom)
