24.12.06

(Finanzen) Nachhaltige Investments hatten erneut die Nase vorn

Es tönt wie eine Weihnachtsgeschichte, ist unterdessen aber anerkannte Realität: Das Investment in nachhaltige Anlageformen boomt mengenmässig und ist auch renditemässig sehr erfolgreich. Wie schon in den Jahren 2004 und 2005 gehörten insbesondere Geldanlagen in erneuerbaren Energien zu den erfolgreichsten überhaupt – zudem bestätigte sich durch neue Untersuchungen: Nachhaltige Investments bergen nicht etwa erhöhte Risiken, vielmehr erzielen sie bei einem geringerem Risiko mindestens ebenso gute Renditen wie der Mix der herkömmlichen Anlagen. Offenbar schlagen unterdessen ökologischer Hasardismus und unsoziales Verhalten im rein wirtschaftlichen Ergebnis von Unternehmen durch. Mit der Folge, dass umgekehrt sozial verantwortliches wirtschaftliches Tun an den Finanzmärkten belohnt wird.

Ein Blick auf konkrete Zahlen belegt das eindrücklich. Dem soeben erschienen Börsenbrief Öko Invest lässt sich entnehmen: Der nx25-Index, auch als Naturaktienindex bezeichnet, legte aufs ganze Jahr gerechnet um mehr als ein Drittel zu – und liess damit den gängigen Vergleichsindex MSCI World alt aussehen, kam dieser doch gerade mal auf eine halb so hohe Rendite (nur rund 18 Prozent). Interessant auch der Vergleich zwischen dem spezialisierten Photon Photovoltaik Aktien Index und dem Ölaktienindex. Sie liegen praktisch gleich auf, nachdem in den vergangenen Jahren der Sonnenenergiebereich triumpfiert hatte. Mit anderen Worten: Der Höhenflug hielt an und mit Investments in Solarfirmen liess und lässt sich gutes Geld verdienen.

Allerdings sei vor Euphorie gewarnt. Anstelle von Einzelinvestments, seien sie noch so überzeugend, sollten immer Fonds- oder Zeritifikatelösungen bevorzugt werden. Zu letzteren hat die Schweizer Vermögensverwaltung Dr. Höller neue Zertifikate an der Stuttgarter Börse aufgelegt, die die vier Bereiche Klimaschutz, erneuerbare Energien, sauberes Wasser und neue Materialien abdecken. Auf einschlägige Fonds wurde in diesem Blog schon mehrfach hingewiesen, eine neue Marktübersicht folgt in einem der nächsten Beiträge.

19.12.06

(Medien) Dammbruch im CH-Mediensektor

Mit der Axel Springer AG übernimmt erstmals ein ausländischer Konzern einen bedeutenden Player der Schweizer Zeitungs- und Zeitschriftenbranche. Die deutsche Verlagsgruppe ist zwar bereits Eignerin des Verlags Handelszeitung, war mit dem Fachverlag nur in einer Nische präsent. Nun zahlt Springer gegen 140 Millionen Franken an die bisherigen Eigner der Jean Frey AG und dokumentiert damit, was der Eintritt in die Szene wert ist.

Denn es wechselt viel Geld die Hand – für die bisherigen Mehrheitseigner ein Weihnachtsgeschäft. Hatten sie doch vor mehreren Jahren nach nie widerlegten Branchengerüchten 80 Millionen aufgeworfen, um den Verlag – damals auch noch Mutterhaus der Weltwoche – zu übernehmen. Womit sich die investierte Summe in kurzer Zeit fast verdoppelt hat. Für eine Branche mit derart grossen Problemen – siehe Inseraterückgang – eine stolze Summe! Und für den Tessiner Financier Tito Tettamanti wieder einmal ein richtig lohnendes Geschäft.

Stolz kann auch der Eigner der Weltwoche, Roger Köppel sein, Chefredaktor und nunmehr Alleinbesitzer des renommierten und auch in Deutschland anerkannten Wochenblatts. Fragt sich nur, wo er die Mittel für den Kauf der restlichen 40 Prozent der Anteile her hat. Beteuerte er doch, schon für die ersten Anteile quasi sein ganzes Vermögen geplündert zu haben. Jetzt dürfte noch das letzte Hemd drauf gegangen sein.

Springer reibt sich derweil die Hände, weil nun der Eintritt in die CH-Medienlandschaft vollzogen ist und über kurz oder lang auch eines der ganz grossen CH-Medienhäuser (Tamedia, Ringier, ev. auch Berner Zeitungsgruppe) Ziel von Übernahmegelüsten werden kann. Die politische Rechte im Land hat derweil einen Pyrrhussieg errungen. Vor Jahren verhinderte sie den Übergang der Jean Frey AG an Ringier, hat damit aber schliesslich den Weg des einst stolzen vierten Zürcher Verlagshauses (neben TA, NZZ, Ringier) in ausländische Hände geebnet.

18.12.06

(Finanzen) Verlagerte Gewichte an den Börsen

China vor Indonesien, Russland und der Schweiz. So lautet etwa nicht der Medaillenspiegel der nächsten Sommerolympiade in Peking. Vielmehr ist das die Performancehitliste des ablaufenden Börsenjahres, gemessen an der Entwicklung der massgeblichen Indizes.

Dass die Schweiz weit vorne auftaucht, hat sie ihren Klein- und Mittelbetrieben zu verdanken, die offenbar zunehmend sowohl von hiesigen KleinanlegerInnen und Pensionskassen wie auch von der ausländischen Investorenschaft entdeckt werden. Was auch als Vertrauensbeweis in die Vitalität einer schon totgeglaubten Volkswirtschaft verstanden werden kann. Sind doch die kleineren CH-Betriebe von ihrer Produktionsbasis viel stärker auf die Schweiz ausgerichtet als die grösseren wie etwa Nestlé und ABB, die ihre Schwerpunkte längst im Ausland haben. Mit anderen Worten, die hiesige Volkswirtschaft ist wettbewerbsfähiger denn je, wovon die verbesserten Wachstumszahlen und –aussichten ebenso Zeugnis ablegen.

Daneben oder vor allem sind es die aufstrebenden Volkswirtschaften, die im laufenden Jahr ungestüm auf die Weltwirtschaftsbühne drängten – mit entsprechendem Niederschlag an der Börse. Dabei hat China alle überrascht, glaubten einschlägige Kreise bislang doch, dass die starke Stellung des Staates an dessen Börsenwesen dämpfend wirke. Aber weit gefehlt, die chinesische Börse verdoppelte sich glatt im ablaufenden Jahr und schlug damit ein rohstoffreiches Land wie Russland um Längen – wenn sich auch dessen Performance zum wiederholten Male sehen lassen kann. Das Wiedererstarken Indonesiens ist hingegen Resultat eines umso dramatischeren Einbruchs im Laufe der Asienkrise zu Beginn des Jahrzehnts.

Fazit: Die volkswirtschaftlichen Daten legen nahe, weiterhin den Börsen der Schwellenländer das grösste Wachstumspotenzial zuzusprechen, kurzfristige Einbrüche nie ausgeschlossen – und wer mag schon die grossen, ebenso möglichen politischen Krisen vorauszusehen? Ohne solche dürfte es aber vor allem in den sogenannten BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China) munter weiter boomen, auch an den Börsen. Interssant auch, dass in einer mehr branchenmässig orientierten Sicht in 2006 Technologiewerte sich wieder kräftig erholt haben und der ganze Nachhaltigkeitsbereich erneut, wie schon in den beiden letzten Jahren glänzte. Doch dazu mehr in einem nächsten Blick auf das abgelaufenen Börsenjahr.

15.12.06

(Umwelt) Sarasin-Studie prognostiziert langfristiges Solarwachstum

In der soeben veröffentlichten Nachhaltigkeitstudie Solarenergie 2006 erwartet das renommierte Schweizer Bankhaus Bank Sarasin & Cie AG eine konstante Fortsetzung des Wachstumspfads am Solarstrommarkt bis 2010 mit einer Durchschnittsrate von 26 Prozent. Für die zweite Dekade rechnet die Studie immerhin noch mit jährlichen Zuwächsen bei der neuinstallierten Leistung von 21 Prozent. 2020 werde die internationale Marktgröße dann etwa 31 Gigawatt peak (GWp) betragen. Ferner gehen die Autoren in Ihrer Langfristprognose von deutlichen Kostensenkungen aus, die durch Fortschritte in der Fertigungstechnik und die Marktreife neuer Technologien und Prozesse erzielt würden.

Einen rasanten Marktaufstieg werden der Studie zu Folge in dem kommenden Jahren europäische Länder wie Spanien, Portugal und Italien erleben. Die südeuropäischen Nachbarn haben in den letzten Jahren allesamt das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Vorbild ihrer Markterschließungsstrategien gewählt. Daneben werden neue Märkte in Asien, China, Indien, Südkorea, Taiwan und Thailand, an Bedeutung gewinnen.

Die vollständige Studie „Solarenergie 2006 — Licht- und Schattenseiten einer boomenden Industrie“ ist in deutscher und englischer Sprache gegen eine Schutzgebühr von CHF 50 erhältlich bei:
Bank Sarasin & Cie AG
Gabriela Pace, Elisabethenstrasse 62, Postfach, 4002 Basel
Tel. +41/61/277 73 31 Fax. +41/61/277 76 88
E-mail: gabriela.pace@sarasin.ch
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.

10.12.06

(Umwelt) Solarstrom wird auch in Frankreich preiswert

"Anfang der neunziger Jahre lag der Preis für Solarstrom 10 mal höher als die bei der EDF eingekauften Kilowattstunde. Fünfzehn Jahre später haben sich die Kosten halbiert oder gedrittelt." Das "Institut national de l'énergie solaire (INES)" wurde diesen Sommer im Savoie-Technolac Park feierlich eröffnet. In diesem Institut haben sich Teams von dem CEA, dem CNRS, dem "Centre scientifique et technique du bâtiment (CSTB)" und der Savoie-Universität zusammengeschlossen. Aus den Prognosen des INES geht hervor, dass es sich nicht um eine lauter Utopie handelt.

In Frankreich, je nach dem, ob man im Süden oder im Norden wohnt und, - ob man über eine jährliche durchschnittliche Sonneneinstrahlung von 1800 oder 900 Stunden verfügt -, kostet heute der Strom aus Solaranlagen, wenn man in Betracht zieht, dass eine Anlage in zwanzig Jahren amortisiert ist, zwischen 25 und 50 Ct pro kWh. Dieser Betrag ist mit dem Grundtarif von dem EDF von etwa 13 Ct, inkl. Steuern, zu vergleichen. Im Jahre 2010 sollte die Spanne sich zwischen 20 und 40 Ct bewegen. 2020 zwischen 10 und 20 Ct. Und, 2030 müssten die Kosten unter 10 Ct pro kWh sinken, egal, ob man in Lille oder in Marseille wohnt. "Wir können uns um 10 Jahre irren. Aber der Trend ist unvermeidbar", davon ist Philippe Malbranche überzeugt." Aber, mit 10 Ct pro kWh ist die Solarenergie wettbewerbsfähig im Vergleich zu allen anderen Energiequellen."

Der Weltmarkt der PV-Zellen zeigt ein unvorstellbares Wachstum von etwa 40% pro Jahr an. Ende der neunziger Jahre war Japan das erste Land, das die Weichen stellte. Seine gezielte Politik ist es, die Deckung der Hälfte seines eigenen Stromverbrauchs bis 2030 erreichen zu können. Derzeit verfügt "das Land der Morgensonne" über 40% der installierten Weltleistung. Ende 2005 entsprach dies einer Leistung von 3,7 Mio. kW. Deutschland folgte ihm und beschleunigt jetzt das Tempo, um nun dem japanischen Archipel bei der kumulierten Leistung zuvorzukommen.

"Wenn einerseits in Frankreich die Solarthermie die Hälfte des Warmwasserbedarfs decken kann, und auch gleichzeitig eine Heizungsunterstützung gewährleistet, könnte andererseits die Photovoltaik einen Anteil von 40% des nationalen Stromverbrauchs liefern", so Philippe Malbranche. "Und bis zu 60% in den Industrieländern, die über eine gute Sonneneinstrahlung verfügen und dünn besiedelte Gebiete ("habitat peu concentré") haben. Dies ermöglicht eine Vervielfältigung der Nutzflächen auf Dächern und Fassaden". Unter diesen Bedingungen hat die Solarenergie mit Sicherheit sonnige Tage vor sich. Quelle: Pierre le Hir, Le Monde

4.12.06

(Finanzen) Fondsauswahl als Glücksache

Wer es mit Investmentfonds zu etwas bringen will, der braucht vor allem eines: eine glückliche Hand, so die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» in ihrer neuesten Ausgabe. Damit sich die Anleger in dem Dschungel besser zurechtfinden, werden diverse Rankings und Ratings erstellt. Die Krux ist nur, dass diese Instrumente wenig nützen. Und teilweise führen sie sogar in die Irre.

Für den Münchner Fondsanalysten Thomas Vorwerk ist das keine Überraschung. »Ranglisten geben die falschen Signale«, sagt der Geschäftsführer der Finanzanalyse-Gesellschaft Südprojekt. Wer Fonds kaufe, die in solchen Tabellen ganz oben stehen, der laufe große Gefahr, direkt in die »Ranking-Falle« zu geraten. In einer neuen, bisher unveröffentlichten Langzeitstudie hat Südprojekt untersucht, inwieweit die zurückliegende Wertentwicklung von Investmentfonds Rückschlüsse auf die Zukunft zulässt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Fonds mit einer sehr guten Historie können ihren vorderen Rang meist nur zwei bis drei, bestenfalls fünf Jahre lang halten. Nach dieser Zeit schmilzt ihr Vorteil in aller Regel dahin; viele der herausragenden Fonds fallen dann sogar vollends aus der Spitzengruppe heraus.

Denn: Gute Fonds sind nur in bestimmten Börsenphasen gut. So gibt es ausgesprochene »Schönwetterfonds«, die sich in Zeiten steigender Kurse hervorragend entwickeln, in Zeiten fallender Kurse aber schnell einbrechen. Und genauso gibt es »Schlechtwetterfonds«, deren Manager mit schwachen Börsen besonders gut zurechtkommen. Ideal für die Anleger wären »Allwetterfonds«. Doch die sind ausgesprochen rar.

Einmal einen guten Fonds kaufen und sich dann bequem zurücklehnen? Diese Vorstellung erweist sich gemäss dem Zeitartikel mithin als schöner Traum. Vielmehr scheint die Geldanlage in Fonds nicht weniger beschwerlich zu sein als die Geldanlage in anderen Wertpapieren auch: Man muss sich für bestimmte Märkte entscheiden, für bestimmte Regionen, für eine bestimmte Wertpapiergattung und eventuell für bestimmte Währungen. Dann muss man auch noch den richtigen Fonds dafür finden. Und wenn sich die Märkte ändern, muss man sein Fondsdepot umschichten.

Was also tun? Die wichtigste Empfehlung lautet: Nicht das ganze Geld auf ein Pferd setzen, sondern ein Depot mit mehreren Fonds zusammenstellen. Ferner dürfe man die allermeisten Fonds nicht als Daueranlage begreifen, sondern solle sie auswechseln, wenn sich die Marktverhältnisse ändern. Und vor allem dürfe man nicht zögern, mitunter auch Gewinne mitzunehmen. Selbst eine gute Depotmischung und das gelegentliche Ersetzen von Fonds führen aber nicht automatisch zu Spitzenergebnissen. Die bittere Wahrheit lautet: Es ist schlicht unmöglich, im Vorhinein zu wissen, welche Fonds sich besonders gut entwickeln werden. Um sein Geld in wenigen Jahren zu verdoppeln, wird man auch in Zukunft zweierlei brauchen: Geschick und Glück. Quelle: www.zeit.de

2.12.06

(Finanzen) Fondsanlageberatung, aber richtig!

Sollen sich die reichen Säcke doch mit allerlei undurchsichtigen Finanzinstrumenten, den sogenannten Derivaten, eine blutige Nase holen. Für die breite Anlegerschaft immer noch das beste Anlageinstrument ist jenes der Fonds. Auch da gibt es bessere und schlechtere – und natürlich vor allem auch bessere und schlechtere Beratung.

Dass jene der Banken nicht das Gelbe vom Ei darstellt, belegte eine kürzliche Umfrage der NZZ am Sonntag (26.11.06). Um Anlagetipps für ein mittleres Kundenportefeuille von 200'000 CHF gebeten, machten die Bankberater zwei grundsätzliche Fehler. Sie zogen in der überwiegenden Zahl eigene Produkte zu Hilfe, von einer offenen Anlagestrategie mit den besten Fonds verschiedener Anbieter also keine Spur. Und sie griffen meist auf eine unüberschaubare Anzahl von Produkten zurück. Was für den oder die geneigte AnlegerIn zu Intransparenz bezüglich der verfolgten Strategie führt. Diese Strategie wohl aber auch wegen fehlender Schwerpunkte zur Erfolgslosigkeit verurteilt, die schliesslich auch von den Gebühren her nicht vorteilhaft sein dürfte.

Womit die sinnvollen Kriterien für eine erfolgreiche Fondsberatung in Erinnerung gerufen seien: Der in Aktienfonds zu investierende Betrag soll zuallererst der eigenen Vermögenssituation angepasst sein. Also nur jenes Geld betreffen, das in der kommenden Zeit nicht gebraucht wird und das gewisse Schwankungen verträgt. Sodann seien reine Aktienfonds beigezogen – für die ganz sichere Geldanlage etwa Taggelder empfohlen. Und dann sind Anlagebereiche zu kreieren wie: CH-Blue-Chips, CH-Nebenwerte, Europa-Blue-Chips und –nebenwerte, das Gleiche allenfalls für weltweite Anlagen und solche in Japan. Schliesslich Brancheninvestments in Rohstoffe, Biotech und je nach eigener Wertung mehr oder weniger in die grundsätzlich viel versprechenden nachhaltigen Investments allgemeiner Art oder die Erneuerbaren Energien (zu konkreten Fondstipps siehe Blog vom 09.07.06: Der ideale Mix. Alles klar? Weitere Beratung in der Finanz- und Medienwerkstatt, Angaben siehe Website.

27.11.06

(Umwelt) Spielwaren Made in China – Nein danke!

Der Tages-Anzeiger bringt an den Tag, wie desaströs es in der Spielwarenbranche teils zugeht. Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine Untersuchung der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern. Demnach verweigert der Spielzeughändler- und -hersteller Toys R Us jede Transparenz bezüglich der Bedingungen in den Produktionsstätten in China.

Dies belegt ein Rating, das die Erklärung von Bern am Dienstag publizieren wird. Toys R Us erzielt in der Schweiz mit vier Spielwarenläden schätzungsweise 40 Millionen Franken Umsatz. Der Weltverband der Spielwarenindustrie ICTI in London bestätigte dem TA, dass Toys R Us sich nicht einmal zum weit verbreiteten, weniger strengen Sozialstandard ICTI verpflichtet hat. Auch auf wiederholte Anfrage des TA wollte Toys R Us nicht Stellung nehmen. Der US-Konzern lässt Puppen der Eigenmarke You & Me in China herstellen. Vor dem Weihnachtsgeschäft sind dort 80 bis 90 Stunden Arbeitszeit keine Seltenheit. Gute Noten erhalten hingegen die Spielwaren, die die beiden hiesigen Grossverteiler Migros und Coop anbieten. Quelle: Tages-Anzeiger 27.11.06

24.11.06

(Umwelt) „sun21“ schon vor dem Start ein Star

Das amerikanische Time Magazine nominiert das Solarboot „sun21“ des Vereins transatlantic21 in der Kategorie Mobilität als Kandidat für die „Beste Erfindung des Jahres 2006“. Die „sun21“ wurde zusammen mit sieben weiteren Transportmitteln für den Award vorgeschlagen. Der Solarkatamaran ist das einzige Wasserfahrzeug, das vom Time Magazine nominiert ist. Die Zeitschrift lobt in ihrer „Laudatio“, die auf der Website der Publikation erschien, dass die fünfköpfige Schweizer Crew der „sun21“ den Rekordversuch einer Atlantiküberquerung wage, um zu beweisen, dass uns Sonnenenergie 7000 Meilen weit transportieren kann „und um die Nachricht über die Wunder erneuerbarer Energien zu verbreiten“.

Neben der „sun21“ sind noch andere „umweltfreundliche“ Gefährte nominiert. So beispielsweise ein wasserstoffbetriebenes Auto, allerdings erst in Spielzeugausführung, oder auch ein batteriebetriebener Sportwagen. Das Time Magazine nominiert jährlich unter dem Titel „Best Invention of the Year“ Erfindungen in den acht Kategorien Mobilität, Wohnen, Essen und Kochen, Kleidung, Spiele, Medizin, Sicherheit und Verteidigung. Das Rennen um den begehrten Preis machte 2006 kein Transportmittel sondern eine Internetseite, wo jede und jeder selbst zum Regisseur werden kann: www.youtube.com .

Auf www.youtube.com können übrigens demnächst auch die Abenteuer der „sun21“-Crew in Form von kurzen Filmberichten mitverfolgt werden (wie auch auf www.transatlantic21.ch). Die „sun21“ sticht am 29. November bei Sevilla in See, um ihre Rekordfahrt zu beginnen. Quelle: transatlantic21 2006

15.11.06

(Umwelt) Der Wald kommt zurück - in den reichen Ländern

Viele Wälder auf der Welt sind wieder größer und dichter als noch vor 15 Jahren. Zwar wird in armen Ländern noch immer viel gerodet. Doch ein Ende des Abholzens sei in Sicht, der Trend besser als angenommen, sagen die Autoren einer umfassenden internationalen Studie, auf die Spiegel Online hinweist.

Zwar werden in vielen armen Ländern weiter rücksichtslos Bäume gefällt oder mit Feuer gerodet - doch ab einer gewissen Wohlstandsschwelle geht es aufwärts. Während der vergangenen 15 Jahre nahm die Waldmenge in 22 von 50 untersuchten Ländern zu - am stärksten in den USA und China. Das sind nur zwei von mehreren überraschenden Ergebnissen einer Studie, die Pekka Kauppi und seine Kollegen in der US-Wissenschaftszeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht hat.

Die Wissenschaftler hatten sich für ihre Untersuchung mit Daten der Uno-Unterorganisation FAO (Food and Agricultural Organization) eingedeckt, insbesondere mit solchen über die vergangenen 15 Jahre in 50 Ländern mit traditionell großen Forstbeständen. Sie waren im Bericht zur Lage der weltweiten Waldbestände (Global Forest Resources Assessment Report) im vergangenen Jahr veröffentlicht worden. Nationale Daten haben die Auswertung ergänzt: Die Forscher haben nicht bloß die von Wald bedeckte Fläche eines Landes untersucht, sondern auch die Biomasse der Wälder, den darin gebundenen Kohlenstoff und die Baumdichte berechnet. 36 Prozent der untersuchten Länder weisen der Studie zufolge eine inzwischen größere Baumfläche auf, 44 Prozent eine größere Biomasse.

Die Experten verweisen auf Beobachtungen aus vielen europäischen Ländern wie Dänemark, Frankreich oder der Schweiz: Dort habe sich es im 19. Jahrhundert eine "Übergangsphase" gegeben, in der die Abholzung ein Ende genommen und sich ein stabiles Gleichgewicht aus Nutzung und Aufforstung eingestellt habe. Dies passe zur Beobachtung, dass aktuell keine Staaten oberhalb einer gewissen Wohlstandsschwelle noch an Waldmenge verlieren.

Allerdings bedroht die rasante Rodung noch immer die Wälder in vielen Ländern, beispielsweise Brasilien. Die umfangreichsten Rodungen gab es im Untersuchungszeitraum - zwischen 1990 und 2005 - in Indonesien, Nigeria und den Philippinen, wie die Studie belegt. Derzeit ist noch knapp ein Drittel der Landfläche der Erde mit Wald bedeckt. Die Bäume dieser Wälder speichern fast 300 Gigatonnen Kohlenstoff, 50 Prozent mehr als in Form von Kohlendioxid in der Atmosphäre stecken. Die Abholzung in der "Dritten Welt" hat daher gleich mehrere nachteilige Folgen: Sie verschärft den Treibhauseffekt, fördert Erosion und Wüstenbildung und bedroht die Artenvielfalt. Und noch schrumpfen die Wälder in etwa der Hälfte der untersuchten Länder weiter. Quellen: www.spiegel.de / stx/tos/AP/rtr

12.11.06

(Medien) Betrüger im Netz hereingelegt

Fast jeder Internetbenutzer hat sich schon über die heuchlerischen Schreiben geärgert, in denen das Opfer einer afrikanischen Ungerechtigkeit oder Strafe den Adressaten bittet, beim Transfer von Millionenbeträgen auf ein sicheres Konto behilflich zu sein. Die Betrüger, die grösstenteils aus Nigeria stammen, appellieren an die heimliche Komplizenschaft ihrer Opfer und stellen als Belohnung für die erbetene zwielichtige Hilfeleistung einen Anteil am transferierten Betrag in Aussicht. Die meisten drücken beim Empfang solcher Schreiben die «Delete»-Taste. Michael Berry, ein 44-jähriger britischer Computerexperte, hatte vor ein paar Jahren eine bessere Idee, über die die NZZ am Sonntag in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Als sich Berry wieder einmal über einen besonders dreisten Betrugsversuch ärgerte, antwortete er dem Absender und tischte ihm seinerseits eine haarsträubende Geschichte auf. Und siehe da: Der Betrüger fiel auf ihn herein und schickte ihm Kopien seines Passes und eines Bankauszugs, «natürlich nichts als schlechte Fälschungen», kichert Berry am Telefon. Er kam auf den Geschmack und verbringt seither bis zu fünf Stunden pro Tag damit, im Internet Köder auszulegen und Betrüger mit langen Briefwechseln hinzuhalten. Er mache dies aus Spass, sagt Berry, aber auch als Dienst an der Allgemeinheit.

Wenn die Betrüger nach dem ersten Kontakt jeweils auf angebliche unvorhergesehene Schwierigkeiten hinweisen und die Vorauszahlung stets steigender Gebühren für einen «An-walt» oder «Mittelsmann» anfordern, willigt Berry ein, gibt aber beispielsweise vor, das Geld persönlich überbringen zu wollen. Er schickt Kopien gefälschter Flugtickets und bringt seine «Partner» dazu, für ihn Hotelzimmer zu reservieren. Dann kommt ihm etwas dazwischen, und alles muss von vorne beginnen. Die besten Geschichten, mit denen er Betrüger ihre Zeit ver-schwenden liess, hat Berry kürzlich veröffentlicht. Und er organisiert über die Website www.419eater.com den Widerstand gegen Internet-Betrüger. Quelle: NZZ am Sonntag vom 12.11.2006

8.11.06

(Umwelt) Im Jahre 2020 überflügelt Windenergie die Kernkraft

Die Windenergie kann 2050 mehr als 34 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken. Auf Grund des starken Wachstums der vergangenen Jahre und der sehr guten Marktaussichten geht die Windkraft-Industrie von einem weitaus höheren Anteil der Öko-Energien bei der künftigen Energieversorgung aus als die Internationale Energieagentur in ihrem aktuellen World Energy Outlook.

Wenn sich das Wachstum der Windkraft-Kapazitäten auch in den nächsten Jahren steigert, Maßnahmen zur Energieeinsparung greifen und die Kosten für fossile Energieträger weiter anziehen, rechnet der Weltverband der Windkraftindustrie, Global Wind Energy Council, im Jahr 2050 mit einer installierten Windenergie-Leistung von über 3.000 Gigawatt, die über 7.900 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Selbst bei steigendem Energieverbrauch könnte die Windenergie 2050 so noch 21 Prozent des Elektrizitätsbedarfs bereitstellen.

Der europäische Windenergieverband, European Wind Energy Association, hatte bereits vor zwei Jahren in einer Studie für das Jahr 2020 mit fast 3.100 Milliarden Kilowattstunden Windstrom weltweit gerechnet. Damit hätte die Windenergie mit der Atomkraft gleichgezogen. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. 2006 in www.sonnenseite.com

4.11.06

(Finanzen) Noch mehr Gründe für nachhaltiges Investieren

Der Klimawandel kommt nicht erst, sondern ist schon da. Das zeigte ETH Klimaforscher Christoph Schär an einer Investmentroadshow der Sustainable Asset Management (SAM) in Zürich. Praktisch alle Wissenschafter stehen heute uneingeschränkt zur Erkenntnis, dass die Erderwärmung bereits feststellbar und auf menschliche Aktivität zurück zu führen ist. Eine Beobachtung, die auch Ex-US-Vizepräsident Al Gore in seinem aktuellen Film «An inconvenient truth» mehrfach betont.

Verantwortlich für die jedem einsehbaren Klimaeskapaden ist der Ausstoss von Treibhausgas, der zu einer nie erreichten Dichte dieses Gases in der Atmosphäre, gemessen in ppm, geführt hat. Absehbar ist, dass diese Dichte weiter steigt – und damit auch die beobachtbaren Temperaturen. Diese werden zu Schäden führen, die jene des Sommers 2003 deutlich übertreffen. Der heisse Sommer bedeutete damals Schäden für die landwirtschaftliche Produktion von über 12 Milliarden Franken und allein in Europa 20-30'000 zusätzliche Todesopfer. Allein in der Schweiz dürften in jenem Extremsommer 1000 Menschen vorzeitig gestorben sein. Weitere Schäden ergaben sich durch Fischsterben und Waldbrände, die mit der besonderen Hitze in Verbindung standen.

Erleuchtend dazu auch der eben erschienene Sternbericht. Er beziffert die Kosten des CO2-Ausstosses mit 89 $ pro Tonne. Bei bereits feststellbaren CO2-Freisetzungen von 6500 Millionen Tonnen weltweit und jährlich gibt das bereits heute eine Schadensumme von rund 550 Milliarden $ - oder etwa des Doppelten des Schweizer Bruttosozialprodukts. Tendenz stark steigend. Da liegt auf der Hand, und das war der Zweck der SAM-Veranstaltung, dass jegliche wirtschaftliche Aktivität künftig gute Rendite bringen wird, die der Verminderung des CO2-Problemes dient. Im Vordergrund stehen Investitionen für Erneuerbare Energien und für die effizientere Nutzung des blauen Goldes, auch Wasser genannt. SAM bietet verschiedene Instrumente, neu neben diversen Fonds und zusammen mit der Bank Julius Bär ein Zertifikat.

Der Veranstalter kann unterdessen auf über zehn Jahre Aktivität im Nachhaltigkeitsbereich zurück blicken. Damit bringt es SAM auf derzeit rund zehn Milliarden Franken, die direkt verwaltet oder dann unter Lizenz nach deren Sustainability-Kriterien gemanagt werden. Und es besteht kein Zweifel, dass noch gewaltiges Wachstumspotenzial vorhanden ist.

27.10.06

(Finanzen) Nachhaltigkeitsfonds glänzen

Neue Zahlen bescheinigen vielen Anlagefonds, die gemäss Kriterien der Nachhaltigkeit anlegen, hervorragende Resultate. Damit gilt nicht mehr nur, dass sie mindestens so gut wie herkömmliche abschneiden. Nein – in vielen Fällen fährt gar besser, wer auf Firmen setzt, die ökologische und soziale Aspekte besonders berücksichtigen.

Eine Zusammenstellung der deutschen Finanzpostille Cashpoint bringt das erfreuliche Resultat an den Tag und setzt ihm noch besonderen Glanz aus Schweizer Sicht auf: Unter den besten Anlageinstrumenten finden sich zahlreiche Schweizer Anbieter. So zeigen die Kenndaten gemäss Zusammenstellung der Zeitschrift für die besten sechs folgende Rangliste:
1. Activest Eco Tech 78,1 % Rendite in 3 Jahren / 1,5 % Verwaltungsgebühr
2. Pictet Funds Water 68,5 / 1,5
3. Vontobel Fd. Gl. Trend New Power Tech 63.4 / 1.65
4. Ökovision 62.0 / 1.76
5. Swisscanto Green I 61.6 / 2.0
6. UBS Fd. Gl. Innov. 60.0 / 2.0

Damit lagen diese Fonds allesamt weit über dem Durchschnitt der jeweiligen Branche. Und der Weltaktienindex MSCI wurde seit dem letzten Börsencrash deutlich abgehängt, im Dreijahresdurchschnitt etwa um 17 Prozent. Eine solche Outperformance hat auch das Basler Bankenhaus Sarasin festgestellt, die in der Analyse des nachhaltigen Investments eine Spitzenstellung einnimmt. Für einzelne Branchen stellte Sarasin demnach in den Sektoren Pharma und Automobil rund 50 Prozent, im Maschinenbau und bei Nahrungsmitteln deren 70 und im Energiesektor mindestens 100 Prozent mehr Rendite fest. Das haben die CH-AnlegerInnen offenbar auch schon realisiert, sind sie doch gegenüber dem restlichen Europa weit überdurchschnittlich nachhaltig investiert. Aber – es könnte auch noch mehr sein!

22.10.06

(Medien & Umwelt) Umwelt – am TV und im Netz live erlebt

Bewusst und authentisch leben - das ist der neue Zeitgeist zu Beginn des 21. Jahrhunderts. "ZDF.umwelt" greift diesen Trend auf und lädt zum Miterleben ein. "ZDF.umwelt" ist ein Magazin für modernes Leben - informativ, unterhaltsam, verständlich, kompetent und lebendig. 30 Minuten lang, jeden Sonntag um 13.15 Uhr, Woche für Woche.

Das Magazin nimmt im Netz unter www.umwelt.zdf.de einen neuen Trend auf – hier lassen sich dann die Beiträge 1 zu 1 wieder abspielen, technisch ohne jegliche Schwierigkeiten. An diesem Sonntag etwa der Bericht über «Dallas in Deutschland» oder wie eine Rapsöltankstelle innert eines Jahres zum Erfolg wurde. Das Pflanzenöl stammt aus dem Umfeld der Tankstelle. Dank kurzer Transportwege sind die Kosten für das Öl besonders günstig. Deutschlandweit fahren so bereits 30'000 Fahrzeuge, im Schnitt der Liter um 30 Eurocent billiger als herkömmliches Benzin.

Dass allerdings das pflanzlich erzeugte Oel auch nur beschränkt ein Ersatz als Kraftfahrstoff darstellen kann, ging im Bericht unter. Denn bei einer massenhaften Umrüstung wird die Konkurrenz mit andren Zielen der Landwirtschaft, insbesondere der Nahrungsmittelsicherheit zur bedrohenden Frage «Essen oder Mobilität». Wer dabei oben ausschwingt und andrerseits den kürzeren zieht, liegt angesichts der Globalisierung auf der Hand. So oder so - das Magazin ist am TV oder im Netz ein Must für Umweltinteressierte.

14.10.06

(Umwelt) Verdammt gut gemacht

Eine der zahlreichen Vorpremieren des Al-Gore-Streifens «Eine unbeqeme Wahrheit» hat zwar keine neuen Einsichten zutage gefördert. Aber gemacht ist der Film äusserst packend und kaum versieht man sich, sind die rund zwei Stunden schon vorüber. Sicher bleibt als schaler Nachgeschmack, dass die Haltung des Durchschnittsamerikaners einfach kaum nachvollziehbar ist. Diesen Leuten muss man die Botschaft offenbar auf eine spezielle Art und Weise vermitteln. Wobei der Film resp. die jeweiligen Vortragsauftritte von Al Gore beispielhaft sind.

Ein paar Fakten sind dennoch neu, bleiben hängen, stimmen nachdenklich und öffnen die Herzen für eigene Action. So ist die absehbare weitere Gletscherschmelze ein Phänomen, das auch uns Schweizer unmittelbar angeht. Denn nicht nur mit dem Wintertourismus könnte es vielerorts bald vorbei sein. Auch das Wasserschloss Schweiz im Herzen Europas wankt plötzlich. Was unseren einzigen natürlichen Rohstoff mit unabsehbaren Folgen auch hierzulande zur Mangelware machen könnte.

Es ist noch nicht zu spät, Gegensteuer zu geben. Die nötigen Massnahmen sind bekannt und öffnen in wirtschaftlicher Hinsicht gar viele Chancen. Das Beispiel des bald grössten Automobilherstellers Toyota zeigt, dass sich Klimaschutz mit ökonomischem Erfolg gut verbinden lässt. Das mündet in der eingängigen Formel vom doppelten Profit, neben dem finanziellen eben auch der ökologische und im Idealfall ein sozialer. Was im Film ungesagt blieb und in der anschliessenden Diskussion immerhin kritisch vermerkt wurde: Das Problem der individuellen Mobilität wird sich kaum einfach mit schadstoffärmeren Autos lösen lassen. Auch wird der Finanzsektor eine Schlüsselrolle spielen. So könnten nachhaltige Investments wichtige Anreize bieten für ein schadstoffärmeres Wirtschaften. Und gänzlich ging unter, dass eine solare Weltwirtschaft langfristig die einzige wirklich zukunftsfähige Vision darstellt.

Uebrigens: Der Film von Al Gore startet am 19.Oktober in den Schweizer Kinos. Und passend zur Zürcher Vorpremiere lieferte die Oebu ein paar persönliche Verhaltensratschläge, die nachfolgend verkürzt wiedergegeben sind:
- Kaufen Sie Sparlampen der Effizienzklasse A
- Schalten Sie Elektrogeräte vollständig aus
- Kaufen Sie energieeffiziente Geräte
- Beziehen Sie Oekostrom
- Stellen Sie die Heizung richtig ein
- Sparen Sie Wasser
- Kaufen Sie regionale und saisonale Produkte
- Investieren Sie Ihr Geld in nachhaltige Finanzprodukte
- Pflanzen Sie einen Baum

Quelle der Tipps: www.oebu.ch

11.10.06

(Umwelt) Die Sonne als Entwicklungshelferin

Eine nachahmenswerte Initiative in Deutschland hat ein Etappenziel erreicht. Ziel der Stiftung Solarenergie ist es, durch den Einsatz erneuerbarer Energien die Armut in den Ländern Afrikas zu lindern. Die Stiftung übernimmt die Projekte des bisherigen Fördervereins. Dazu gehört auch ein einzigartiges Projekt in Äthiopien: die solare Elektrifizierung eines Dorfes mit rund 6.000 Einwohnern.

Die Stiftung Solarenergie ist die erste und einzige deutsche Stiftung, die die Förderung der regenerativen Energien auch als Entwicklungshilfe versteht.. Unter dem Motto „Energie ohne Grenzen“ startete der Förderverein "Stiftung Solarenergie e.V." im Jahr 2005 das Pilotprojekt „Licht für Bildung“ in einer der ärmsten Regionen Äthiopiens. In Kechemober in der Projektregion Mida installierte die Stiftung Solarsysteme für 30 Hütten (Tukuls), drei Schulen und sechs Gesundheitsstationen.

Die Solarsysteme werden nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ installiert: Die Stiftung Solarenergie stellt die Solarsysteme als Starthilfe kostenlos zur Verfügung. Die Menschen nutzen das System und zahlen für den Solarstrom. Die Gebühren werden für die Wartung und den Betrieb der Solaranlagen benötigt. Die Wartung übernimmt ein örtlicher Elektroinstallateur, der vor Ort von der „Stiftung Menschen für Menschen“ ausgebildet wird (die Bewegung des Schauspielers Karl-Heinz Böhm).

Im Rahmen des Projekts „Licht für Bildung II“ entsteht derzeit ein zweites Solardorf in der Projektregion Mida. Das Dorf Rema hat 6.000 Einwohner und verfügt über einige Handwerksbetriebe, Kleingewerbe, eine Schule sowie eine Gesundheitsstation. Die Bewohner des Dorfes haben sich nach Besichtigung des Pilotprojekts „Licht für Bildung“ in Kechemober für die Nutzung der Solarenergie und gegen die Installation eines großen Dieselgenerators ausgesprochen. Alle 1.200 Tukuls (Hütten) sowie die Schule werden mit Solarsystemen ausgestattet. Die Kosten für das Projekt „Licht für Bildung II“ betragen rund 300.000 Euro. Das Projekt wird von Spendern der Stiftung Solarenergie finanziert, darunter viele Unternehmen aus der Solarbranche.

Um weitere Solarprojekte zu realisieren, benötigt die Stiftung Solarenergie Spenden. Spendenkonto: Stiftung Solarenergie, Stichwort Äthiopien, Konto 04 261 471 00, Dresdner Bank Freiburg BLZ 680 800 30. Quelle: Stiftung Solarenergie 2006 / www.sonnenseite.com

30.9.06

(Medien) Buchvernissage in der Finanz- und Medienwerkstatt

Der Basler Wirtschaftsjournalist Pierre Weill war so nett und hielt folgende Rede an der Vernisssage zum Ratgeber «Richtig Vorsorgen». Hier der Text für Alle, die nicht dabei sein konnten:

Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Doch ist dies wirklich der Fall? Oder bezieht sich dieses Schlagwort nicht in erster Linie auf die Möglichkeiten der Informations-Übermittlung? Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Internet und Handies stellen sicher, dass wir immer und überall Informationen abrufen können. Doch wie ist es mit den Inhalten?

Welche Relevanz haben die Informationen, die wir überall und jederzeit abrufen können? Wir Journalisten haben, wie die meisten andren tendenziell den Hang zur Trägheit. Für unsere Arbeit heisst dies, dass wir vor allem News und Artikel aufnehmen, die leicht zu erhalten sind. Nachrichten, die auf der Hand liegen, sind aber nicht immer die, welche auch relevant sind. Unsere Quellen sind Nachrichtenagenturen, die nahezu ausschliesslich offizielle und öffentliche Veranstaltungen und Communiqués abdecken. Zudem werden wir selbst an zahllose Veranstaltungen und Medienkonferenzen eingeladen. Die Mehrzahl der Informationsveranstaltungen kommt von Regierungsstellen, Ämtern, Verbänden und Unternehmen. Deshalb beruht auch ein Grossteil der verbreiteten Information auf diesen Quellen. Die Veranstalter von Medienkonferenzen rufen jedoch kaum je Medien herbei, um zu enthüllen, wo sie was falsch gemacht haben. Vielmehr wollen sie sich gut verkaufen. Die Journalisten verifizieren wegen des Hangs zur Trägheit, aber auch vor allem wegen des Zeitdrucks und fehlender Kapazitäten das Gesagte zu selten in genügendem Masse.

Dazu kommen Tipps, die wir von Betroffenen erhalten. Sie sind oft die Quellen für so genannte Scoops oder Primeurs. Dabei muss man aber wissen, dass man immer auch instrumentalisiert wird, weil der Tippgeber eine eigene Agenda verfolgt. Dabei sucht er oder sie ein Medium, das besonders starke Beachtung findet. In den vergangenen Jahren hat sich die Sonntagspresse zum optimalen Medium für derartige Primeurs entwickelt, denn die Sonntagszeitungen sind nationale Zeitungen. Dazu kommt, dass am Wochenende sehr oft wenig los ist, die Redaktionen also Informationen aufnehmen und auf die Frontpage setzen, die an einem Wochentag je nach Newslage kaum beachtet würden. Sehr oft sind diese Scoops allerdings nicht von grosser Relevanz für die Leserinnen und Leser oder für die Gesellschaft als ganzes.

News und Ereignisse, die wir in unserem Umfeld erfahren, sind dagegen oft wenig spektakulär, aber relevant, weil sie die Mitmenschen direkt betreffen. Oft sind die Themen sehr komplex. Für die immer komplizierteren Themen, wie Pensionskassen, Krankenversicherungen etc., die aber für die Bevölkerung von grosser Bedeutung sind, laden viele Medien Fachleute ein, sich zu diesen Fragen zu äussern. Zwar werden sie als Fach- und Verbandsleute deklariert, doch kann dies nicht die Lösung sein, komplexe Themen aufzuarbeiten. Schliesslich gehört es zur Kernkompetenz der journalistischen Arbeit, derartige Themen lesegerecht darstellen zu können.

Genau dies macht Guntram Rehsche gemeinsam mit seinen Co-Autoren im Buch «Richtig vorsorgen». Er schildert in verständlicher Form, was Arbeitende machen müssen und können, damit sie ihre Pensionierung finanziell möglichst optimal geniessen könnnen. Ich habe das Buch mit grossem Interesse und Neugier gelesen und viel erfahren und gelernt. Journalismus ist eben auch dies – Erklärung von und Beratung in Dingen, die das Leben der Leserinnen und Leser nachhaltig beeinflussen. Von Pierre Weill.

25.9.06

(Umwelt) Nachhaltige Energieversorgung ist möglich

Auf seiner Jahrestagung in Berlin präsentierte der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) neuste Forschungsergebnisse zu nachhaltigen Energietechniken. Dabei wurde klar: Nachhaltigkeit braucht Forschung und Entwicklung und eine erhöhte Innovationsgeschwindigkeit. Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen zeige, dass sie zu einem Nettogewinn von Arbeitsplätzen in Deutschland führt - eine Aussage, die auch auf die Schweiz zutrifft, wie eine einschlägige WWF-Studie kürzlich zeigte. Die Wissenschaftler haben für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen Technologien entwickelt, die ökologisch verträglich, ressourcensicher, global einsetzbar und damit sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig sind. Diese Kriterien der Nachhaltigkeit werden von keiner anderen Technik so überzeugend erfüllt wie von den Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien. Als Beispiele gelten unter anderem:

- Flexible Dünnschichtsolarzellen erweitern die Anwendungsfelder für die Photovoltaik.
- Aus Biomasse lassen sich durch neue Verfahren wasserstoffreiche Kraftstoffe gewinnen.
- Die Erforschung und Erschließung der Offshore-Windenergienutzung setzt ein außerordentlich großes zusätzliches Potenzial für Deutschlands Energieversorgung frei.
- Eine neue Stimulationstechnologie zur geothermischen Stromerzeugung führt zu Einsatzmöglichkeiten in einer weit verbreiteten geologischen Gesteinsformation. Dadurch wird die Nutzung der Erdwärme an sehr viel mehr Standorten möglich.
- Durch Kommunikations- und Informationssysteme kann die Energieversorgung zukünftig auf die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation eingestellt werden. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien.
- Mit Nahwärmesystemen mit saisonalen Speichern kann der Anteil solarer Wärmeenergie am Heizungsbedarf deutlich erhöht werden.
- Solarthermische Kraftwerke haben eine hohe solare Wirtschaftlichkeit, eine sehr gute solare Jahresausbeute, einen relativ geringen Flächenbedarf und einen hohen Wertschöpfungsanteil für die deutsche Industrie.
- Gebäude können durch Solarwärme und mit nur minimalem Stromverbrauch perfekt klimatisiert werden.

Quelle: ForschungsVerbund Sonnenenergie 2006

17.9.06

(Finanzen) Klarheit bei Ökoanlagen

Wer nachhaltig investieren will, findet in Form von Aktienfonds eine Reihe höchst erfolgreicher Produkte auf dem Markt. Doch die Vielfalt hat ihren Preis. Sie verwirrt und hat einen veritablen Glaubenskrieg um die verschiedenen Konzepte des Socially Responsible Investment ausgelöst. Einen guten Überblick bietet das soeben neu erschiene Spezialheft zu Grünem Geld, erhältlich als Supplement von Euro Finanzen, Euro am Sonntag und des renommierten Öko-Invest-Börsenbriefes.

Wenig dogmatisch, dafür umso heftiger umstritten sind die Fonds, die nach dem Best-in-Class-Ansatz investieren. Geld fliesst dabei praktisch in alle Branchen, doch zu den jeweils als Klassenbeste deklarierten Unternehmen. So finden sich hier mitunter Grosskonzerne wie Nestlé, Roche, UBS, denen man die Nachhaltigkeit nicht auf den ersten Blick glauben mag. Wo der Ansatz mit dem Ausschluss gewisser Branchen wie Kernenergie, Tabak, Alkohol kombiniert wird, sieht die Sache schon plausibler aus. Sodann gibt es die eigentlichen SRI- oder Ethikfonds, die systematisch Problemzonen umschiffen – und schliesslich eigentliche Branchenfonds, die sich einem speziell nachhaltigen Thema widmen wie etwa den Erneuerbaren Energien.

Wie immer man / frau zu solchen Erwägungen steht, die letztlich jedeR selbst vornehmen muss: Interessant ist, dass zumindest in neuerer Zeit jene Fonds herausragen, die sich stark vom Best-in-Class-Vorgehen unterscheiden (siehe dazu Tabelle aus dem Spezialheft). Der Erfolg der Energiefonds dürfte den aktuellen Marktumständen zuzuschreiben sein und ist sicher keine Garantie für künftige Maximalrenditen. Hingegen beeindrucken die Fonds Activest Ecotech, Swisscanto Green Invest und Pictet Sustainable Europe durch ihren langanhaltenden Erfolg, der auch für die Zukunft einiges verspricht – wie übrigens auch der Sarasin Oekosar Equity, der aber noch nicht lange auf dem Markt ist und vom gleichen Management geleitet wird wie der zuvor lange erfolgreiche deutsche Ökovision-Fonds.


Seit 1.1.
1 Jahr
3 Jahre

Sarasin New Energy
12.5 %
21.5 %
129.9 %

Merill L. New Energy
12.7
28.8
114.4

Activest Ecotech C
9.3
18.5
84.2

Pictet Water P
8.1
15.8
70.8

Swisscanto Green Inv.
7.2
18.4
68.4

Ökovision
6.1
16.5
65.0

Pictet Sustainable Eu.
9.7
20.0
64.7